Drittes Quartal
US-Wirtschaft wächst langsamer als erwartet

Die Indikatoren zur Konjunktur in den USA sind uneinheitlich. Zwar wuchs die Wirtschaft schwächer als erwartet. Dafür beantragten weniger Menschen Arbeitslosenhilfe und auch die Kauflaune ist bestens.
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WashingtonDie US-Wirtschaft ist im dritten Quartal langsamer gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte endgültigen Berechnungen zufolge mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,8 Prozent zu, teilte das Handelsministerium in Washington am Donnerstag mit. Zuvor hatte es noch ein Plus von 2,0 Prozent vermeldet.

Trotz der Korrektur fiel das Wachstum stärker aus als im Frühjahr mit 1,3 Prozent. Die Revision wurde notwendig, weil die Verbraucher weniger ausgaben als bislang angenommen. Die privaten Konsumausgaben legten nur um 1,7 und nicht um 2,3 Prozent zu. Dabei fielen die Gesundheitsausgaben um 2,2 Milliarden Dollar, während in Fernseher, Möbel und andere länger haltbare Konsumgüter sogar mehr Geld gesteckt wurde als zunächst geschätzt.

Unterdessen gibt es gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: In der vorigen Woche haben laut Arbeitsministerium 364.000 Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Dies waren so wenig wie zuletzt im April 2008. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 375.000 gerechnet, nach 368.000 in der Woche davor. Dies sei der tiefste Stand seit dem Frühjahr 2008, bevor die USA dann im Zuge der Lehman-Pleite ins „Finanzmarkt-Desaster“ stürzte, betonte Vimombi Nshom von IFR Economics. Der schwache Arbeitsmarkt gilt als Achillesferse der US-Wirtschaft und verhindert derzeit ein stärkeres Wachstum.

Die Kauflaune der US-Verbraucher ist so gut wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Das Barometer für das Konsumklima stieg im Dezember um 5,8 auf 69,9 Zähler, teilten Reuters und die Universität Michigan am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mit. In einer ersten Schätzung war lediglich ein Wert von 67,7 Punkten veranschlagt worden. Die Verbraucher schätzten sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Aussichten besser ein.

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Man kann sich nur wundern, mit welcher infantilen Naivität noch immer davon ausgegangen wird, dass das Wachstum ständig gesteigert werden kann!
    Nein, nicht wundern, sondern es ist erschreckend, dass sich niemand mit der Realität auseinandersetzen mag. Ja, es ist sogar zu befürchten, dass die Gehirnwäschen schon so intensiv und vollständig gewirkt haben, dass eine solche Vorstellung in den Bereich des Unvorstellbaren abgeglitten ist!
    Gerade für die Industrieländer wie USA, oder besser gesagt, für die ehemaligen Industrieländer, ist das Wachstum für die Zukunft weitgehend auszuschließen. Welcher Mensch braucht für sich alleine mehr als drei Autos, die er auch noch alle Jahre gegen Neue austauscht? Wer braucht denn in jedem TZimmer, incl. der Toiletten mehr als einen TV, mehr als 10 Computer und 25 Handytelefone die alle drei Monate durch neue Modelle ausgetauscht werden?

    Die zuletzt genannten Zahlen kamen in der jüngsten Zeit auch nur deshalb zustande, weil das Alles, im Gegensatz zu noch vor ein paar Jahren, in monatlichen Raten bis zu 60 Monaten abgestottert wird und der Bedarf durch unverhältnismäßig kostspielig hohe Marketingmaßnahmen erst erzeugt wurden!
    Natürlich brauchen nun auch die völlig überschuldeten Privatleute Wachstum, was sie sich zwar wünschen, doch die Realität sieht anders aus. Seit Jahren ist der bereinigte Reallohn im freien Fall.

    Die Kreditkartenblase, die sich immer weiter aufbläht und nur durch eine Hülle mit enormen Überdruck am Platzen gehindert wird, spricht eine klare Sprache. Mal sehen, wann aus dem Druckbehälter in dem sich die Kreditkartenblase künstlich langsamer entfaltet, die Luft mal entweichen wird. Gann platzt aber nicht nur die Blase, sondern der ganze Behlter mit!

  • Nach Weihnachten werden auch erfahrungsgemäss viele Saisonkräfte wieder entlassen. Schaun mer mal Ende Januar 2012

  • Was haben die den erwartet?

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