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Drogenkrieg in Mexiko: Die Geisterstadt

Ciudad Juárez in Mexiko galt als die gefährlichste Stadt der Welt. Jetzt normalisiert sich das Leben, die Zahl der Morde sank stark. Doch die Gewalt hat ich nur verlagert. Denn der Drogenkrieg tobt in anderen Städten weiter.

An vielen Stellen in Mexiko - auch in Ciudad Juárez an der Grenze zu Texas - erinnern Kreuze an die Ermordeten im Drogenkrieg. Foto: dpa
An vielen Stellen in Mexiko - auch in Ciudad Juárez an der Grenze zu Texas - erinnern Kreuze an die Ermordeten im Drogenkrieg. Foto: dpa

Ciudad JuarezDie Stimmung in der Bar „El Rudo“ im nordmexikanischen Ciudad Juárez ist gut. Viele junge Leute trinken Bier, lachen und tanzen zu Shakira-Songs. Noch vor gut einem Jahr wären die 30 Studenten nach Sonnenuntergang in ihren Wohnungen geblieben, aus Angst vor Querschlägern, Entführungen oder Mord. Im blutigen Krieg zwischen zwei rivalisierenden Drogenkartellen starben in der Stadt nahe der US-Grenze in den vergangenen sechs Jahren mehr als 10.500 Menschen. Inzwischen geht die Gewalt zurück, über die Gründe sind sich die Verantwortlichen jedoch uneins.

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Die örtlichen Behörden rechnen dies dem neuen Polizeichef an, der seit 2011 hart durchgreift. Zahlreiche Festnahmen, strengere Strafen sowie die bessere Ausstattung der 2600 städtischen Polizisten werden als Gründe angeführt. Andere machen den Sieg des mächtigen Sinaloa-Kartells mit seinem Anführer „El Chapo“ Guzman gegen das rivalisierende Juárez-Kartell für den Rückgang der Gewalt verantwortlich. „Das ist der plausibelste Grund“, sagt ein Regierungsbeamter, der anonym bleiben will.

Mexiko Gewerkschaftschefin soll Millionen veruntreut haben

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Die 1,3 Millionen-Einwohner-Stadt an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas galt bis vor kurzem als gefährlichste Stadt der Welt. 2010 erreichte die Gewalt ihren Höhepunkt, als 3116 Menschen getötet wurden. „Wir hatten Angst, auf die Straße zu gehen. Wir konnten nichts unternehmen“, sagt der 21-jährige Student Vicente Martínez. „Aber jetzt, da die Dinge sich geändert haben, können wir wieder Spaß haben.“ Viele Geschäfte, vorher Opfer von Schutzgelderpressung, hängen nun „Geöffnet“-Schilder ins Fenster. Rund 115 Restaurants, Bars und Clubs warten in der Wüstenstadt mit den großen Boulevards, kleinen Shopping-Centern und niedrigen Häusern wieder auf Gäste.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Morde auf 759. Auch 2013 sind die Zahlen gesunken: Im Januar starben 27 Menschen eines gewaltsamen Todes. „Das war mal eine Geisterstadt“, sagt Bürgermeister Héctor Murguía. „Heute können wir sagen: Ciudad Juárez ist wie Palermo in Sizilien, Medellín in Kolumbien, New York oder Chicago. Dort brauchten sie zehn Jahre, um die Kriminalitätsrate zu senken, hier brauchten wir zwei Jahre. Wir sind jetzt wieder da, wo wir waren, als die Dinge gut liefen.“

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