Drogenkrieg in Mexiko Soldaten töten 15 Kartellmitglieder

In der mexikanischen Unterwelt braut sich etwas zusammen. Bei Gefechten kommt auch ein Regionalchef ums Leben. Die Auslieferung des Drogenbosses „El Chapo“ hat ein Machtvakuum hinterlassen, das gefüllt werden will.
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Mexikanische Soldaten töteten bei einer Schießerei 15 Menschen. Quelle: Reuters
Blutiger Einsatz

Mexikanische Soldaten töteten bei einer Schießerei 15 Menschen.

(Foto: Reuters)

TepicBei Schießereien zwischen Marineinfanteristen und mutmaßlichen Bandenmitgliedern sind im Westen Mexikos 15 Verdächtige getötet worden. Unter ihnen war auch Juan Francisco Patrón Sánchez alias „H2“, der Regionalchef des Verbrechersyndikats Beltrán Leyva, wie die Marine am Freitag mitteilte. Er soll die Geschäfte der Gruppe im Bundesstaat Nayarit und im Süden von Jalisco geführt haben.

Nach Angaben der Marine schossen die Bandenmitglieder in einem Vorort der Stadt Tepic auf die Sicherheitskräfte, die das Feuer erwiderten hätten. Auf einem Video war zu sehen, wie Marineinfanteristen aus einem Hubschrauber heraus mit einem Maschinengewehr auf die Verdächtigen schossen. Bei der Schießerei wurden acht Angreifer getötet. Am Tatort fanden die Soldaten mehrere Schusswaffen und einen Granatwerfer.

Wenig später kam es nahe dem Flughafen von Tepic zu einer zweiten Schießerei. Dabei wurden weitere vier Verdächtige getötet. Sie sollen ebenfalls zum Beltrán-Leyva-Kartell gehört haben. Bei einem weiteren Einsatz seien drei mutmaßliche Bandenmitglieder von Sicherheitskräften getötet worden, sagte der Gouverneur von Nayarit, Roberto Sandoval Castañeda. Das US-Konsulat in Guadalajara sprach eine Reisewarnung für die Region aus.

Laut einem Bericht der Zeitung „Milenio“ soll „H2“ hinter einem Angriff auf eine Patrouille der Streitkräfte im vergangenen Jahr im Bundesstaat Sinaloa stecken. Dabei wurden fünf Soldaten getötet und zehn weitere verletzt.

Das Verbrechersyndikat Beltrán Leyva hatte sich einst von dem Sinaloa-Kartell abgespalten, dessen Chef Joaquín „El Chapo“ Guzmán an die USA ausgeliefert wurde. Die Bande ist in Drogenhandel, Erpressungen und Entführungen verwickelt. Die Gruppe kämpft anscheinend mit dem Sinaloa-Kartell um Einflusszonen und Geschäftsanteile.

Seit der Festnahme und Auslieferung von „El Chapo“ rumort es in der mexikanischen Unterwelt. Der mächtige Drogenboss hat ein Machtvakuum hinterlassen, das gefüllt werden muss. Seit Jahresbeginn seien in den internen Verteilungskämpfen zwischen den verschiedenen Fraktionen des Sinaloa-Kartells rund 140 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die die Zeitung „La Jornada“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

Demnach kämpft eine Gruppe um Guzmáns Söhne gegen die Fraktion von Guzmáns Vertrautem Dámaso López Núñez alias „El Licenciado“. Ismael „El Mayo“ Zambada, Guzmáns Kompagnon an der Spitze des Sinaloa-Kartells, soll versucht haben, zwischen den Fraktionen zu vermitteln. Vor einigen Tagen schrieben Guzmáns Söhne Jesús Alfredo und Iván Archivaldo Guzmán in einem Brief, sie seien von Dámaso López und dessen Sohn in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen worden.

Die vermeintliche Schwäche des Sinaloa-Kartells weckt zudem Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Das Verbrechersyndikat Beltrán Leyva und das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación versuchen derzeit, Boden gut zu machen. Vor allem in Sinaloa und im Badeort Acapulco kam es zuletzt zu heftigen Revierkämpfen.

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  • dpa
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