Drohende Hungersnot
Bush bespricht mit Annan US-Einsatz in Liberia

Angesichts einer drohenden Hungersnot in Liberia werden internationale Bemühungen um Frieden in dem afrikanischen Bürgerkriegsland intensiviert.

HB/dpa NEW YORK/WASHINGTON/ROM. US-Präsident George W. Bush will an diesem Montag mit UN-Generalsekretär Kofi Annan Über die Unterstützung seines Landes für eine internationale Friedensmission sprechen. Annan werde dazu nach Washington reisen, sagte seine Sprecherin Hua Jiang in New York.

Das UN-Welternährungs-Programm (WFP) warnte am Freitag vor einer drohenden Hungersnot in Liberia. Ohne eine friedliche Lösung in dem bewaffneten Konflikt könnten schon bald Hunderttausende Flüchtlinge an Hunger sterben, teilte das WFP in Rom mit. „Unsere Lastwagen sind mit Hilfsmitteln beladen und bereit loszufahren - aber wir haben keinerlei Sicherheitsgarantien“, sagte ein Sprecher der UN- Organisation. Rund 100 000 Menschen lebten derzeit in Flüchtlingslagern nördlich der Hauptstadt Monrovia. „Sie befinden sich in einer Art Niemandsland. Wir können sie einfach nicht erreichen“, hieß es.

Die Entscheidung über Art und Umfang eines Liberia-Einsatzes der USA werde „in einigen Tagen“ fallen, kündigte US-Außenminister Colin Powell an. Ein Erkundungsteam der US-Streitkräfte in der liberianischen Hauptstadt Monrovia habe seine Arbeit abgeschlossen. Ein Expertenteam werde nun noch zu Gesprächen mit der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS nach Ghana geschickt, sagte er dem US-Nachrichtensender CNN. Diese hat die Entsendung von Soldaten bereits zugesagt und zugleich die Bitte um US-Militärhilfe erneuert. Der Konflikt in Liberia ist nach Einschätzung des Weltsicherheitsrates ohne eine multinationale Schutztruppe nicht friedlich zu lösen.

Der von Rebellengruppen bedrängte liberianische Präsident Charles Taylor hatte auf Druck der USA angekündigt, er werde ins Exil nach Nigeria gehen. Er machte jedoch den Einsatz einer internationalen Schutztruppe zur Voraussetzung. Bei Machtkämpfen zwischen Taylors Regierungstruppen und Rebellen waren in den letzten Monaten hunderte Menschen, vor allem Zivilisten, getötet worden.

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