Drohende Sanktionen: Iran startet Transfer von Geldern im Ausland

Drohende Sanktionen
Iran startet Transfer von Geldern im Ausland

Der vor möglichen Sanktionen des UN-Sicherheitsrats stehende Iran hat mit der Umschichtung seiner Gelder im Ausland begonnen. Nur die Konten in einem europäischen Land bleiben unangetastet.

HB TEHERAN. „Wir transferieren Rücklagen im Ausland dahin, wo immer es angebracht ist“, sagte Zentralbankchef Ebrahim Scheibani am Freitag der Agentur Isna. „In dieser Zusammenhang haben wir mit einem Transfer begonnen.“ Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, aus Sorge vor möglichen Wirtschaftssanktionen wolle der Iran Devisenkonten in Europa im Wert von acht Milliarden Dollar auflösen. Nur die Konten des Landes in der Schweiz seien davon nicht betroffen.

Die iranische Zentralbank habe den Auftrag erhalten, das Geld von europäischen Instituten zu Banken in Schanghai, Hongkong, Singapur und Malaysia zu überweisen. Den Europäern solle keine Gelegenheit geben werden, durch ein mögliches Einfrieren des Geldes Druck auszuüben.

Der Iran sieht sich mit der Forderung mehrerer westlicher Länder konfrontiert, den Atomstreit mit dem Land an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu verweisen. Dieser könnte verschiedene Sanktionen verhängen. Der Iran steht im Verdacht, am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Das Land hat dies stets dementiert und erklärt, mit der Hilfe der Nukleartechnologie Energie erzeugen zu wollen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat indes seine anti-israelische Propaganda fortgesetzt. Bei seinem Syrien-Besuch forderte er erneut von den westlichen Ländern, Juden aus Israel aufzunehmen. Er frage sich, ob westliche Länder „Immigranten, die aus allen Teilen der Welt nach Palästina kamen“, hereinlassen und ihnen den notwendigen Schutz bieten würden oder ob die Immigranten „eine neue Welle des Antisemitismus in Europa auslösen“ würden. Juden würden nicht weiter in Israel leben, „wenn ihnen die Tore Europas geöffnet würden“. Ahmadinedschad erklärte weiter, auf seine jüngsten Äußerungen, in denen er den Holocaust bezweifelte, habe der Westen nur mit Geschrei reagiert und ihm vorgeworfen, etwas gegen den Weltfrieden gesagt zu haben.

Ahmadinedschad hatte Ende vergangenen Jahres den nationalsozialistischen Judenmord als „Märchen“ bezeichnet und die Tilgung Israels von der Landkarte gefordert. Der jüdische Staat sollte nach Europa oder Nordamerika verlegt werden, meinte der Präsident. Das iranische Außenministerium plant eine Konferenz zum „wahren Ausmaß“ des Holocaust. Termin und Ort der Konferenz stehen aber noch nicht fest.

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