Drohender Flächenbrand
USA warnen Syrien vor Waffenlieferungen an Hisbollah

Nach dem israelischen Angriff auf Damaskus nimmt die Angst vor einem Flächenbrand in der Region zu. UN-Chef Ban Ki Moon zeigt sich „zutiefst besorgt“, die USA warnen Syrien vor Waffenlieferungen in den angrenzenden Libanon.

New York/KairoNach dem israelische Luftangriff haben die USA Syrien vor Waffenlieferungen an die israelfeindlichen Hisbollah-Milizen im Libanon gewarnt. „Syrien sollte die Region nicht weiter destabilisieren, etwa mit der Lieferung von Waffen an die Hisbollah“, sagte Ben Rhodes, der stellvertretende nationale Sicherheitsberater, am Donnerstag in Washington.

Zudem würden die USA sehr genau die syrischen Chemiewaffen überwachen, fügte er vor Journalisten hinzu. Rhodes antwortete auf Fragen im Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen zwischen Syrien und Israel.

Syrien drohte Israel wegen des Luftangriffs mit Vergeltung. Es gebe die „Möglichkeit eines Überraschungsschlags“, sagte der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abdel Karim Ali, am Donnerstag nach Berichten des Hisbollah-Fernsehsenders Al-Manar. Ziel der israelischen Kampfjets war offenbar ein Konvoi mit syrischen Waffen für die israelfeindliche Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Das zumindest wurde aus den USA berichtet.

Dagegen meldeten syrische Staatsmedien, der Angriff habe einem militärischen Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus gegolten. Zwei Menschen seien dabei getötet, fünf weitere verletzt worden. Aus Israel gab es offiziell keinen Kommentar.

Es war der erste israelische Luftangriff auf das Nachbarland seit 2007 - damals zerstörten die Israelis einen Atomreaktor, den Syrien heimlich mit Hilfe Nordkoreas gebaut haben soll. Militärische Gegenschläge blieben zunächst aus. Auch die verbalen Reaktionen der mit Israel verfeindeten Nachbarn waren eher verhalten.

Der israelische Sicherheitsexperte Schlomo Brom teilte die Einschätzung, dass der Angriff einer Lieferung von Flugabwehrraketen an die libanesische Hisbollah-Miliz gegolten habe. „Dies sind Waffen, die Israel große Sorgen bereiten“, sagte Brom am Donnerstag in Tel Aviv. Israels Luftwaffe ist häufig im libanesischen Luftraum im Einsatz und wäre durch hochmoderne Abwehrraketen stark gefährdet.

Bei allen offiziellen israelischen Stellen war auf die Frage nach den Angriffen nur eine gleichlautende Antwort zu bekommen: „Wir kommentieren solche Berichte nicht.“ Es entspricht allerdings jahrelanger israelischer Gepflogenheit, selbst offensichtliche Angriffe nicht zuzugeben.

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UN-Chef Ban Ki Moon „zutiefst besorgt“

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