Drohgebärde
Nordkorea feuert zwei Raketen ab

Nordkorea hat zwei Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste aus abgefeuert. Der Abschuss steht offenbar im Zusammenhang mit dem für kommende Woche geplanten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Südkorea.
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SeoulOffenbar als Reaktion auf den bevorstehenden Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Seoul hat Nordkorea zwei Raketen abgefeuert, die vor der Küste im Meer landeten. Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte, stiegen die Raketen am Sonntagmorgen gegen 5 Uhr unweit der nordkoreanischen Küste auf. Den Angaben zufolge handelte es sich um Scud-Raketen mit einer Reichweite bis zu 500 Kilometern.

Experten sehen in dem neuen Raketenstart eine Warnung vor dem Besuch von Chinas Präsident Xi in Südkorea, der am Donnerstag und Freitag in Seoul erwartet wird. China ist der wichtigste Verbündete des kommunistischen Nordkoreas, doch mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass Peking unglücklich über die konfrontative Politik Pjöngjangs ist. Seit seinem Amtsantritt reiste Xi bislang nicht nach Pjöngjang.

Erst am Donnerstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben erfolgreich eine neue ferngelenkte Rakete getestet. Der Flug der „hochpräzisen“ Rakete sei ein „Meilenstein“ für die Streitkräfte des kommunistischen Landes, vermeldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Nord- und Südkorea befinden sich formal noch immer  im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg (1950-53) kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Japan übermittelte nach dem neuen Raketenstart seinen „ernsten Protest“ an Nordkorea, wie Außenminister Fumio Kishida am Sonntag vor Journalisten sagte. Experten sehen in dem jüngsten Test indes weniger ein Signal an Tokio als an Peking und Seoul.

Xi und seine südkoreanische Kollegin Park Geun Hye werden bei ihrem Treffen mutmaßlich auch über das Atomwaffenprogramm Pjöngjangs reden. Der Norden wolle nun erreichen, „dass die Kritik der Präsidenten nicht zu harsch ausfällt“, sagte der Analyst Shin In Kyun aus Seoul.

Das ohnehin international weitgehend isolierte Nordkorea hatte sich im Februar 2013 durch seinen dritten Atomwaffentest noch weiter ins Abseits manövriert. Auch Peking hatte damals einer Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat zugestimmt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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