Drohnenangriff in Syrien
Briten flogen Luftangriff auf IS-Kämpfer

Die Luftwaffe Großbritanniens hat Ende August einen Angriff auf Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien geflogen. Das gab Premier David Cameron nun bekannt. Drei IS-Kämpfer seien dabei getötet worden.

LondonDer britische Premierminister David Cameron hat bekannt gegeben, dass die Luftwaffe seines Landes Ende August erstmals die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angriff. Vor dem Unterhaus in London sagte Cameron am Montag, bei dem Drohnenangriff in der Nähe von Raka am 21. August seien drei IS-Kämpfer getötet worden, darunter zwei Briten. Auch die französische Regierung bereitet mögliche Luftangriffe gegen den IS in Syrien vor.

Bei dem "Präzisionsangriff" mit einer ferngesteuerten Drohne auf ein fahrendes Fahrzeug sei unter anderen der britische IS-Kämpfer Reyaad Khan getötet worden, sagte Cameron. Es habe sich um einen "Akt der Selbstverteidigung" gehandelt. Cameron sagte weiter, er prüfe einen Militäreinsatz gegen den IS in Syrien. Vor zwei Jahren hatte das Unterhaus einen Syrien-Einsatz abgelehnt.

Der französische Präsident François Hollande sagte in Paris, er habe Aufklärungsflüge über syrischem Gebiet angeordnet, um dort "Angriffe gegen den IS" zu ermöglichen. Anschließend könnten Luftangriffe gegen den IS in Betracht gezogen werden.

Frankreich hatte sich vor einem Jahr den US-geführten Luftangriffen gegen den IS im Irak angeschlossen, ein solches Vorgehen in Syrien aber zunächst ausgeschlossen. Es gehe nun darum, "den Gefahren für unser Land entgegenzutreten", sagte Hollande am Montag. "Von Syrien aus, dafür haben wir Beweise, werden Angriffe gegen mehrere Länder organisiert, auch gegen unser Land."

Der IS sei mit seinen "Massakern" zudem für die Flucht "tausender Familien" aus Syrien und dem Irak verantwortlich. "Wir wollen wissen, was in Syrien gegen uns vorbereitet und was gegen die syrische Bevölkerung unternommen wird", fügte Hollande hinzu. Einen Einsatz von Bodentruppen in Syrien schloss er - wie auch im Irak - aus.

Wie die "New York Times" berichtete, wollen die USA ihr Programm zur Ausbildung gemäßigter Kämpfer gegen den Islamischen Staat gründlich überarbeiten. Geprüft werde unter anderem, das Kontingent der von US-Militärs in der Türkei und in Jordanien ausgebildeten und dann nach Syrien entsandten Rebellen deutlich zu erhöhen.

Weiter schrieb die Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsmitarbeiter, die Rebellen sollten künftig in anderen Regionen als bisher eingesetzt werden, wo sie mit mehr Unterstützung aus der örtlichen Bevölkerung rechnen könnten. Notwendig sei außerdem, die Kampftruppe gegen den IS besser mit Geheimdienstinformationen zu versorgen.

Ursprünglich sah das vom US-Kongress im vergangenen Jahr gebilligte Programm vor, 5000 Kämpfer für die Truppe zu rekrutieren. Doch aufgrund strenger Aufnahmekriterien wurden dem Blatt zufolge nur dutzende Rebellen ausgebildet. Al-Kaida-nahe Kräfte hätten im Juli viele der 54 nach Syrien eingeschleusten Kämpfer angegriffen. Außerdem seien mehrere Kämpfer verschleppt worden.

Die russische Regierung bezeichnete unterdessen die von Washington geäußerte Sorge als unbegründet, Moskau könne militärisch in Syrien eingreifen und die dortigen Regierungstruppen im Kampf gegen den IS unterstützen. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Moskau sagte, Russland liefere "Militärmaterial an die syrischen Behörden für deren Antiterrorkampf". Eine Ausweitung der militärischen Unterstützung für Damaskus sei ihr nicht bekannt.

Aus griechischen Regierungskreisen hieß es am Montag, Athen prüfe ein Ersuchen Washingtons, russischen Flugzeugen den Überflug nach Syrien zu verweigern. Die Anfrage sei allerdings erst am Samstag eingegangen. Russland ist ein Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Dschihadisten eroberten derweil nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte Teile des letzten noch von Regierungstruppen kontrollierten größeren Ölfelds des Landes. Die Produktion im Dschasal-Ölfeld in der Provinz Homs sei zum Erliegen gekommen. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf Informanten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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