Drohung eines internationalen Militäreinsatzes zeigt Wirkung
Regierung im Sudan auf Friedenskurs

Die Androhung eines internationalen Militäreinsatzes im Sudan zeigt offenbar Wirkung. Einen Tag nach dieser indirekten Drohung haben sich die sudanesische Regierung und die Rebellen aus dem Westen des Landes auf eine Waffenruhe geeinigt.

HB NAIROBI. Sie wollen Hilfsorganisationen freien Zugang zu der Region gewähren, berichteten lokale Medien am Freitag aus der tschadischen Hauptstadt N'Djamena, wo derzeit Friedensgespräche stattfinden. Unterdessen steht nach Einschätzung der USA bei den Verhandlungen zwischen Khartoum und den SPLA-Rebellen aus dem Süden des Landes am Wochenendende ein weiteres wichtiges Abkommen bevor.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Druck auf die sudanesische Regierung stark erhöht. Hochrangige Vertreter der Uno und der USA sprachen von „ethnischen Säuberungen“ in der Darfur-Region. US- Präsident George W. Bush nannte es eine der größten humanitären Katstrophen der Neuzeit.

Arabische Milizen bekämpfen in erster Linie die schwarzafrikanischen Einwohner der Region. Die Milizen werden von der Regierung bewaffnet und von der Luftwaffe unterstützt. Fast eine Million Menschen sind in der abgelegenen Wüstengegend auf der Flucht. Ein Uno-Team will dort die Menschenrechtsverletzungen untersuchen.

Die sudanesische Regierung kündigte an, die Angriffe der Milizen zu stoppen. Einen internationalen Militäreinsatz, den Uno- Generalsekretär Kofi Annan zur Verhinderung eines Völkermords vorgeschlagen hatte, wies der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismael zurück. „Wir erwarten von der Staatengemeinschaft keine Soldaten, sondern humanitäre Hilfe“, sagte er.

Unterdessen machen die Verhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und den SPLA-Rebellen im Süden des Landes Fortschritte. Beide Seiten hätten sich auf die Machtverteilung in der Übergangsregierung und auf den Status mehrerer umstrittener Gebiete geeinigt, sagte US-Vizestaatssekretär für Afrika, Charles Snyder. Details des Rahmenabkommens müssten noch ausgehandelt werden, fügte er hinzu. Bei dem Krieg zwischen Nord und Süd sind in mehr als 20 Jahren mindestens zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen.

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