Drohungen aus Pjöngjang
Verwirrung über angeblich neuen Atomtest Nordkoreas

Japanische Berichte über einen möglichen zweiten Atomwaffentest Nordkoreas sorgen für Verwirrung. Ein Beamter des Außenministeriums in Tokio erklärte, die Regierung gehe zurzeit einem entsprechenden Verdacht nach. Aus Nordkorea kam gleichzeitig eine neue Drohung.

HB TOKIO. Der staatliche japanische Fernsehsender NHK berichtete, japanische Behörden hätten ein Beben in Nordkorea gemessen, Regierungskreise hegten den Verdacht, das kommunistische Regime habe erneut unterirdisch eine Bombe gezündet. Ein Beamte des Außenministeriums, der ungenannt bleiben wollte, machte keine Angaben darüber, worauf sich der von ihm vorgetragene Verdacht stütze.

NHK berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, es seien „Erschütterungen“ im Norden des Landes registriert worden, die auf einen neuen nordkoreanischen Atomwaffentest hindeuten könnten. Dies wurde jedoch sowohl vom südkoreanischen Zentrum für Erdbebenforschung als auch von amerikanischen Geologie-Experten zurückgewiesen.

Das Amt für Meteorologie in Tokio vermeldete fast zeitgleich ein heftiges Erdbeben vor der Küste von Fukushima, rund 240 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt. Der Erdstoß hatte demnach eine vorläufige Stärke von 6,0 auf der Moment-Magnitude. Das Amt betonte, es habe sich bei der registrierten Erschütterung um ein echtes Erdbeben gehandelt, das nichts mit den Berichten über einen etwaigen zweiten nordkoreanischen Atomwaffentest zu tun habe.

Aus Südkorea und den USA kamen jedoch rasche Dementis: Man habe keinerlei Erkenntnisse, die auf eine neuerliche Provokation Pjöngjangs hinwiesen. Wenig später äußerte sich auch die japanische Führung deutlich zurückhaltend.

Nordkorea hat mit der Bekanntgabe seines ersten unterirdischen Nukleartests am Montag internationale Entrüstung ausgelöst. Wie der Beamte des japanischen Außenministeriums äußerte auch Australien die Befürchtung, dass ein zweiter Test nicht auszuschließen sei.

Im Weltsicherheitsrat ging indes das Ringen um mögliche Sanktionen gegen Nordkorea weiter. Noch zeichnete sich kein Durchbruch bei den Verhandlungen ab. Die fünf Vetomächte und Japan beendeten ihre Gespräche gestern Abend ohne eine Einigung. Die Beratungen über einen US-Resolutionsentwurf, der ein Waffenembargo und scharfe Wirtschaftsanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang vorsieht, sollen am heutigen Mittwoch fortgesetzt werden.

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