Drohungen regierungsfeindlicher Kräfte
Freie Wahlen in Afghanistan in Gefahr

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtler haben sich über mögliche Beeinträchtigungen der ersten freien Präsidentenwahl in Afghanistan besorgt gezeigt.

HB KABUL. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten die UN-Mission (Unama) und die unabhängige afghanische Menschenrechtskommission (AIHRC) am Sonntag sowohl die Drohungen der regierungsfeindlichen Kräfte als auch die Interventionen von Regierungsbeamten zugunsten bestimmter Kandidaten. Die US-Streitkräfte warnten erneut vor Anschlägen vor der Wahl am kommenden Samstag.

Die Taliban und ihre El-Kaida-Verbündeten hätten zwar die landesweite Registrierung von 10,5 Mill. Wahlberechtigten nicht verhindern können, stellten Unama und AIHRC fest. Ihre Drohungen könnten aber Wähler besonders in Südafghanistan von den Urnen fern halten. Ein Sprecher der US-Streitkräfte hatte am Samstag erklärt: „Die Taliban werden besonders auf die Provinzen Kabul und Kandahar abzielen.“ Die Taliban haben Kandidaten und Wähler mit dem Tod bedroht.

Unterdessen nahmen afghanische und ausländische Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Kabul 25 mutmaßliche Terroristen fest. Ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF sagte am Samstag, die Festgenommenen würden verdächtigt, Verbindungen zu den Taliban, dem Terrornetz El Kaida und dem radikalislamischen Rebellenführer Gulbuddin Hekmatjar unterhalten zu haben.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer lobte die Bundeswehr für ihren Einsatz. „Ich bedaure sehr, dass deutsche Soldaten bei ihrer wertvollen Arbeit in Kundus verletzt wurden. Umso glücklicher bin ich, dass Bundesregierung und Bundestag am Einsatz festhalten“, sagte de Hoop Scheffer dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die Nato müsse verhindern, dass Afghanistan wieder zu einer Brutstätte des Terrors werde.

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