Druck auf israelischen Ministerpräsidenten wächst
Sharon verliert Rückhalt bei den Kollegen

Ministerkollegen aller Parteien können sich nicht vorstellen, dass Ariel Scharon im Fall einer Anklage wegen Korruption sein Amt behalten kann.

HB JERUSALEM. Minister aller Parteien in der israelischen Regierung hielten dann einen Rücktritt für nötig, auch wenn es zunächst nur wenige öffentliche Äußerungen gebe, berichtete die „Jerusalem Post“ am Montag.

Infrastrukturminister Joseph Parizki von der säkularen Schinui-Partei drohte danach, die Minister seiner Partei würden aus der Koalition ausscheiden. Auch ohne Anklage Scharons bleibe ein Schatten auf ihm zurück. „Selbst wenn Scharon nicht angeklagt wird, bleibt Schinui vielleicht nicht in der Koalition“, sagte er.

Tourismusminister Benny Elon von der ultra-rechten Nationalen Union lobte die ermittelnde Staatsanwältin Edna Arbel im israelischen Armeeradio dafür, dass ihr Entwurf für eine Anklage am Samstag bekannt geworden war. Elon gehört zu den Ministern, die Scharon wegen seines Planes zur Evakuierung einiger jüdischer Siedlungen scharf kritisieren.

Die ermittelnde Staatsanwältin hatte sich nach monatelangen Untersuchungen für eine Anklage des Regierungschefs ausgesprochen. Ihren Entwurf dafür übergab sie am Sonntag an Generalstaatsanwalt Menachem Masus, der eine Entscheidung treffen muss.

Im Januar war wegen Bestechung Scharons Anklage gegen den Geschäftsmann David Appel erhoben worden. Er habe Scharons Familie Ende der 90er Jahre mehrere hunderttausend Dollar gezahlt, um die Unterstützung des damaligen Außenministers für ein Bauprojekt auf einer griechischen Insel zu bekommen, hieß es.

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