Druck auf Syrien wächst
„Letzte Chance verpasst“

Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien erhöhen die Nachbarländer den Druck auf die Regierung in Damaskus. Die Türkei droht mit dem Ende von Stromlieferungen und die Arabische Liga bittet die Opposition um Übergangspläne.
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Kairo/BeirutDie syrischen Nachbarn erhöhen den Druck auf die Regierung in Damaskus von zwei Seiten: Die Türkei spricht von einer verpassten „letzten Chance“ und droht mit der Kappung von Stromlieferungen, die Arabische Liga berät mit der Opposition Pläne für eine Machtübergabe. In Syrien hielt die Gewalt an.

Der einstige Verbündete Türkei warf Syrien am Dienstag vor, es habe eine letzte Chance ungenutzt verstreichen lassen. „Das Regime ignoriert die Forderungen seines Volks“, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu. Ministerpräsident Tayyip Erdogan warnte, die Regierung stehe „auf des Messers Schneide“. Das Nachbarland ist zu einem der schärfsten Kritiker der autokratischen Regierung geworden, schreckt aber anders als die EU und die USA bislang vor harten Sanktionen zurück.

Die Entscheidung, Strom nach Syrien zu liefern, könnte nun aber überdacht werden, sollte die Regierung bei ihrer harten Linie bleibe, sagte Energieminister Taner Yildiz. Abseits des hohen Symbolgehalts dürften die praktischen Auswirkungen aber überschaubar bleiben: Syrien produziert mehr Strom als es verbraucht und könnte zudem auf Lieferungen aus Jordanien und dem Libanon zurückgreifen.

Die syrische Regierung kündigte wegen der Sanktionen des Westens an, den Handel mit asiatischen und afrikanischen Ländern auszubauen. Es gebe eine Menge Möglichkeiten, sagte Wirtschaftsminister Mohammed Nidal al-Schaar der ägyptischen Zeitung „Al-Alam al Jum“ und erwähnte auch Länder wie Russland, Weißrussland und Kasachstan.

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Pläne für Machtübergabe

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