Druck der Märkte
Spanien treibt Privatisierungen voran

Die Sorgen um die finanzielle Lage verschärfen sich. Das Haushaltsdefizit des Landes will die Regierung unter anderem auch durch Privatisierungen in den Griff bekommen. Ein Augenmerk liegt auf dem Transportwesen.
  • 1

Santiago de CompostelaUnter dem Druck unruhiger Finanzmärkte veräußert Spanien seinen Staatsbesitz. Am Freitag werde die Regierung die Privatisierung einiger Dienstleistungen im öffentlichen Transportsektor bekanntgeben, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Montag in Santiago de Compostela. „Die Regierung hat einen klaren Fahrplan und der beinhaltet einen Privatisierungsplan für die öffentliche Infrastruktur.“

Zugleich erklärte der Minister, Spanien habe nicht vor, für den Bankensektor internationale Hilfen anzufordern. Das Land kämpft mit einer Rezession, einem ausufernden Staatsdefizit und Problemen im Finanzsektor. Die Rating-Agentur Standard & Poor's hatte jüngst die Kreditwürdigkeit Spanien herabgestuft und damit neue Sorgen geschürt, dass sich die Schuldenkrise ausweiten könnte.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit De Guindos, die jüngsten Debatten, wie das Wachstum stimuliert werden könne, dürften nicht als Abkehr vom Sparkurs verstanden werden. Der Fokus müsse weiter auf einer Konsolidierung der Haushalte liegen. Spanien sei hier auf dem richtigen Weg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine stärkere Rolle der Europäischen Investitionsbank ins Spiel gebracht. Die Forderung nach einer stärkeren Fokussierung auf das Wachstum der europäischen Volkswirtschaften, die vielfach auch wegen staatlicher Ausgabenkürzungen nicht aus der Rezession kommen, hatte zuletzt Auftrieb erhalten. So hat sich auch EZB-Präsident Mario Draghi für einen Wachstumspakt ausgesprochen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Druck der Märkte: Spanien treibt Privatisierungen voran"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es schwirrt halt massenhaft Vermögen auf der Welt herum und will irgendwie angelegt sein.
    Also muß man die Politiker dazu bringen, das Vermögen der Bevölkerung zu verschleudern.
    Und gegen kleine Gefälligkeiten - Jobs nach Karriereende - machen die da gerne mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%