Druckmittel gegen die Arbeitspartei
Scharon will mit Schas-Partei über Koalition reden

Auch die ultra-orthodoxe Schas-Partei ist vom israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon offiziell zu Koalitionsverhandlungen eingeladen worden. Israelische Medien berichteten, der Schas-Vorsitzende Eli Jischai habe sofort eingewilligt.

HB JERUSALEM.Mit 11 von insgesamt 120 Mandaten ist Schas die viertgrößte Fraktion im Parlament. Scharon ernannte am Donnerstag ein Team seiner Likud-Partei für die am Sonntag beginnenden Koalitionsverhandlungen, an denen auch die oppositionelle Arbeitspartei sowie das ultra-orthodoxe Thora-Judentum teilnehmen. Scharon habe die Team-Mitglieder in vorbereitenden Gesprächen dazu angewiesen, auf der Beibehaltung der bestehenden politischen und wirtschaftlichen Leitlinien seiner Regierung zu beharren, hieß es.

Am Mittwoch hatte Scharon auch der ultra-orthodoxen Fraktion Thora-Judentum (5 Mandate) offiziell Koalitionsverhandlungen angeboten. Beobachtern zufolge will er durch die Verhandlungen mit den strengreligiösen Parteien Kritikern in seiner eigenen Partei entgegenkommen, die eine Große Koalition ablehnen, sowie Druck auf die Arbeitspartei ausüben. Der Ministerpräsident braucht neue Partner, um mit eigener Mehrheit die Räumung des Gazastreifens durchsetzen zu können. Im Streit um den Abzug hatte Scharon seine Mehrheit im Parlament verloren.

Nach israelischen Medienberichten sieht die bürgerlich-säkulare Schinui-Partei (15 Mandate), bislang Scharons größter Koalitionspartner, die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen mit den ultra-orthodoxen Parteien mit großer Sorge. Schinui lehnt ein Bündnis mit den Strengreligiösen ab.

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