Druschba-Pipeline
Moskau drosselt Ölexporte nach Deutschland

Mysteriöse Öl-Engpässe: In Deutschland gibt es erneut Probleme mit Öllieferungen aus Russland, bestätigte jetzt eine betroffene Raffinerie. Doch die Gründe sind noch unklar. Der Pipeline-Monopolist Transneft bestreitet Probleme. In Brandenburg greift man aber offenbar schon auf Nordseeöl zurück.

HB BERLIN. Ein Sprecher der PCK Raffinerie im ostbrandenburgischen Schwedt, bestätigte am Freitag, dass es dort seit einigen Tagen Schwankungen in den Ölzulieferungen über die Druschba-Pipeline gebe. „Darüber laufen jetzt Gespräche“, ergänzte er. Die verminderten Lieferungen seien dem Unternehmen angekündigt worden.

Einen Grund für die Beeinträchtigungen konnte er nicht nennen. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass die Raffinerie wegen der Lieferschwierigkeiten aus Russland auf andere Lieferungen wie Nordseeöl zurückgreifen müsse, das durch eine Pipeline über Rostock fließt. Eine Auskunft über das Ausmaß der Ausfälle gab die Raffinerie nicht.

Die Raffinerie laufe trotzdem auf voller Produktion, hieß es. Zudem gebe es eine alternative Lieferroute über den Seeweg. Auch eine Sprecherin der deutschen Tochter des Mineralölkonzerns Total sagte laut „Süddeutscher Zeitung“, im Juli seien die Öl-Lieferungen aus Russland geringer als normal gewesen.

Die Raffinerie in Schwedt gehört den Mineralölkonzernen BP, Shell, Agip und Total . Sie verarbeitet den Angaben zufolge pro Jahr etwa zehn Millionen Tonnen Rohöl, das sind etwa zehn Prozent der deutschen Verarbeitungskapazität. Deutschland bezieht ein Fünftel seines gesamten Ölbedarfs aus der Drushba-Pipeline.

In Russland werden die Probleme bislang bestritten. "Wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen", beteuerte der Vize-Präsident der russischen Pipeline-Gesellschaft Transneft, Sergej Grigorjew, im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn es im Verlauf der Drushba-Trasse Probleme gibt, werden sie schnell gelöst."

Anfang des Jahres hatte es schon einmal einen dreitägigen Lieferstopp bei russischem Erdöl gegeben, das nach Deutschland fließen soll. Dies hatte heftige politische Diskussionen über die Verlässlichkeit russischer Energielieferungen ausgelöst.

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