Dschawad Sarif
Irans Außenminister distanziert sich von Leugnung des Holocausts

Per Twitter hat der neue iranische Außenminister Sarif sich von den Äußerungen des ehemaligen Präsidenten Ahmadinedschad zum Holocaust distanziert. Iran habe den Holocaust nie geleugnet, schreibt Sarif.
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Tel Aviv/ TeheranDer neue iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat sich von der Leugnung des Holocausts durch den früheren Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad distanziert. Das sei nur dessen persönliche Meinung gewesen, deutete Sarif im Kurzmitteilungsdienst Twitter an: „Iran hat das nie geleugnet. Der Mann, der das tat, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr“.

Später wurde der Eintrag leicht geändert: „Der Mann, dem nachgesagt wurde, dass er das leugnet, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr“.

Sarif antwortete damit der amerikanischen Autorin Christine Pelosi. Die Tochter der demokratischen Minderheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, hatte auf Sarifs zuvor gesendeten Gruß zum jüdischen Neujahrsfest geantwortet, das neue Jahr wäre noch schöner, wenn die Leugnung des Holocaustes beendet würde.

Die Antwort Sarifs erscheint als Teil einer Offensive der iranischen Regierung unter dem als moderat bezeichneten neuen Präsidenten Hassan Ruhani, die Beziehungen zum Westen und zu Israel zu verbessern.

Zuvor war schon von einem halboffiziellen Twitter-Konto unter Ruhanis Namen „allen Juden“ ein gesegnetes neues Jahr gewünscht worden. Der Iran und Israel stehen sich ansonsten nicht nur im Streit um Teherans Atomprogramm unversöhnlich gegenüber.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es wird fast nie die Wahrheit geschrieben oder gesagt, denn mit allem, was geschrieben oder gesagt wird möchte der Verfasser etwas erreichen.

  • Was soll dieses manische Rummstochern in der Geschichte?

    Die Toten kann man nicht mehr retten.

    Die Lebenden schon. Es gibt genug Unheil zu bekämpfen jetzt und hier.

    Kein Krieg in Syrien! Kein Krieg im Iran! Löst das Lager Guantanamo auf! ...


  • ISTANBUL – Die Türkei hat ohnehin schon mit einer abrutschenden Konjunktur, mit Unruhen und den Gefahren des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien zu kämpfen. Jetzt kommt noch eine Bedrohung hinzu, die womöglich noch gefährlicher werden kann: Der Friedensprozess, der den 30 Jahre währenden Konflikt mit den Kurden beenden sollte, droht fehlzuschlagen.


    Kurdische Anhänger der PKK protestieren am 1. September in Istanbul.

    Militante Kurden sagten am Donnerstag, dass sie ihren Rückzug aus türkischem Territorium, der mit der Regierung in Ankara ausgehandelt worden war, beenden würden. Die Türkei habe ihr Versprechen nicht eingehalten, die Rechte der Kurden zu stärken
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    Hierzu kann ich nur sagen, dass man nicht denken sollte, dass der Russe den Amis und Türken das Land Syrien freiwillig in den Rachen werfen wird.

    Offensichtlich fördert Russland und der Iran die kurdischen Interessen

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