Dubai
Das Wunder von Scheich Mohammed

Scheich Mohammed musste sich etwas einfallen lassen, um aus Dubai, dem einstigen Nest von Händlern und Perlenfischern, etwas zu machen. Und er ließ sich etwas einfallen. Das moderne Emirat ist schon lange mehr als ein Mekka für sonnenhungrige Touristen.

DUBAI. Er ist Pferdenarr und Poet. Er ist Pilot und Potentat. Aber am liebsten ist er Visionär. Und dabei ist Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktoum, Emir von Dubai und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ein wenig selbstverliebt. „Um auf Wasser schreiben zu können, braucht es einen Mann mit bedeutenden Visionen. Große Männer wachsen an großen Herausforderungen.“

Nicht etwa auf schlichtem Papier sind seine Worte verewigt. Nur wenige können sie entziffern und das auch nur aus der Luft: Der arabische Schriftzug aus der Hand des Emirs ist in Form von Holzstegen angelegt, welche die künstlich aufgeschüttete Insel „The Palm Jebel Ali“ umgeben. „Scheich Mo“, wie ihn seine Bewunderer kumpelhaft nennen, gibt sich gerne zurückhaltend. Aber bescheiden ist er nun auch nicht. Gerade ist der Emir vom „Time Magazine“ zu einem der Hundert wichtigsten Persönlichkeiten der Welt gekürt worden.

Wenn er mit seinem weißen Mercedes G 500 mit der Zahl eins auf dem Nummernschild die achtspurige Scheikh Zayed Road Richtung Westen braust, kann er beobachten, in welchem Tempo sich Dubai wandelt. Zu seiner Linken wächst das neue internationale Finanzzentrum heran, nur wenige hundert Meter entfernt entsteht das größte Gebäude der Welt, der mindestens 800 Meter hohe „Burj Dubai“. Pro Tag einen Stockwerk wächst der Turm in die Höhe. Weiter gen Westen schießen prächtige Hotels und gigantische neue Industrie- und Stadtviertel aus dem Wüstensand.

Es ist unverkennbar seine Handschrift, die das mondäne Emirat prägt. Scheich Mo, der sich gerne als CEO Dubais bezeichnet, ist Motor und Macher, ist Manager und Mentor des Wirtschaftswunders am Persischen Golf. Seit 1990 als Kronprinz und seit Januar dieses Jahres als Emir lenkt der in Großbritannien ausgebildete Scheich die Geschicke des Landes. Der Aufstieg des Emirats, das seit 1971 zum Staatenbund der VAE gehört, begann spät. Erst Mitte der sechziger Jahre stieß man in Dubai auf Öl. Doch schon bald war klar: Die Quellen reichen nicht aus, um Dubais Existenz auf Dauer zu sichern. Schon in zwanzig Jahren sind sie erschöpft.

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