International

_

Duell der Top-Berater: „Das Land ist auf dem falschen Kurs“

Jobs und Wirtschaft sind die zentralen Themen im Kampf ums Weiße Haus. Obamas und Romneys Konzepte könnten verschiedener kaum sein. Doch wer steckt dahinter? Am Montag trafen sich die Top-Berater zum Duell.

Mitt Romneys wichtigster Wirtschaftsberater Glenn Hubbard. Quelle: Reuters
Mitt Romneys wichtigster Wirtschaftsberater Glenn Hubbard. Quelle: Reuters

New YorkDie Pulte sind aus Holz, der Hintergrund eine blaue Wand – es ist, als wollte die New Yorker Columbia University die TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten noch einmal nachspielen. Doch statt der Kandidaten stehen an diesem Montag deren Wirtschaftsberater auf der Bühne. Und wie es das Schicksal will, ist die Rollenverteilung ähnlich wie Tage zuvor bei ihren Chefs.

Anzeige

Links auf der Bühne wirbelt der selbstbewusste Glenn Hubbard mit Zahlen um sich. „Das ist die langsamste Erholung seit zehn Rezessionen“, schimpft der Ökonomie-Professor, Dekan der Columbia Business School und oberster Wirtschaftsberater Mitt Romneys.

US-Wahlprogramme im Vergleich It’s the Economy, stupid!

Barack Obama und Mitt Romney liefern sich bei wirtschaftspolitischen Themen einen harten Schlagabtausch. Was der Demokrat und der Republikaner für die Beschäftigung, die Sanierung des Etats und die Energiewende planen.

US-Wahlprogramme im Vergleich: It’s the Economy, stupid!

Sein Gegenüber, in die Defensive gedrängt, versucht wie auch schon Obama selbst beim TV-Duell, die Bilanz der vergangenen vier Jahre zu retten. „Der Präsident alle Entscheidungen richtig getroffen“, sagt der Ökonom Jeffrey Liebman aus Harvard, ein Top-Wirtschaftsberater Obamas. Herausforderer Romney dagegen wolle zurückkehren zu den Fehlern George W. Bushs, der Amerika die große Krise überhaupt erst beschert habe.

Die Professoren haben die Pläne mit erdacht, die Obama und Romney Tag ein, Tag aus im Wahlkampf verkaufen. Zwei Konzepte, wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten. Das Obama-Lager argumentiert, der Präsident habe eine katastrophale Wirtschaft geerbt und sie zunächst wieder auf Kurs bringen müssen. Um das Wachstum anzukurbeln, setzt er auf einen Mix aus staatlichen Investitionen – etwa in Infrastruktur, Lehrer und Polizisten – und höheren Steuern für Wohlhabende zur Gegenfinanzierung.

Romney dagegen ist überzeugt, dass Obamas Politik die Lage nur noch schlimmer gemacht hat. Der Republikaner lehnt staatliche Investitionsprogramme ab und verspricht sich Wachstum unter anderem durch niedrigere Steuern, weniger Regulierung und Einsparungen im Haushalt.

Der Handelsblatt-Blog zur US-Wahl State of the Union

Hier bloggen die Handelsblatt-Korrespondenten Astrid Dörner und Nils Rüdel über kuriose Geschichten, peinliche Auftritte, exzentrische Politiker und alles, was den Wahlkampf ums Weiße Haus sonst noch so ausmacht.

Der Handelsblatt-Blog zur US-Wahl: Allgemeiner Teaser US-Blog

  • 07.11.2012, 09:07 Uhrstatesman

    Wachstum durch Steuersenkung?
    Der steuerpflichtige Ami gibt doch eh schon schon sein ganzes Geld in den Konsum.
    Privatschulden (ohne Hypotheken): Mehr als ein ganzes Jahres-Gehalt.
    Steuersenkungen bei den reichen 1%:
    Bringt nur den Reichen was, denn mehr können die gar nicht konsumieren und außer in Aktien investieren die auch in sonst nichts.

  • 21.10.2012, 10:33 Uhrgrauh94977

    Das ist doch alles boilerplate was die Reps da von sich geben.
    Die selben Rezepte haben vieleicht bei Reagan funktioniert ,ob die bei der heutigen Globalisierung noch arbeiten ,muss Mitt erst noch beweisen.
    Ob die Pleite der Autoindustrie besser fuer die US gewesen waere ,weiss auch keiner.
    Hier streiten sich die Gelehrten und auch die von Columbia und Harvard oder Yale.
    Zu allererst muss den Banken ein Zuegel angelegr wrden,denn diese haben die Welt an den Abgrund gefuehrt und das nicht das erste Mal.
    Alles Theorien die je nach Interessenslage fuer den
    Waehler propagiert werden.
    Es hilft nur eines ,sich zu informieren und zwar nicht nur bei Fox News ,Charles Krauthammer und Genossen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Anti-Terror-Kampf: Obama schränkt den Drohnenkrieg ein

Obama schränkt den Drohnenkrieg ein

Der Kampf gegen den Terror geht in eine „neue Phase“: Barack Obama erlässt strengere Richtlinien zum Einsatz von Drohnen. Neu ist unter anderem, dass die Staaten, in denen der Einsatz erfolgen soll, davon wissen sollen.

IWF-Chefin: IWF stärkt Lagarde bei Untreue-Vorwürfen den Rücken

IWF stärkt Lagarde bei Untreue-Vorwürfen den Rücken

Ein Vergleich zwischen einer französischen Bank und dem ehemaligen Adidas-Eigner könnte die IWF-Chefin in ernste Bedrängnis bringen. 2008 segnete sie einen 400-Millionen-Euro-Zahlung ab. Das Geld kam aus der Staatskasse.

Rede in Paris: Bundesbank-Chef drängt Frankreich zum Sparen

Bundesbank-Chef drängt Frankreich zum Sparen

Frankreich müsse mehr Disziplin an den Tag legen, meint Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Dem Land mehr Zeit zur Bewältigung seines Haushaltsdefizits einzuräumen, sei falsch.

Handelsblog Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch... Von Finn Mayer-Kuckuk. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International