Dumping-Preise
Deutsche Industrie will Schutz vor China

Bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen geht es um handfeste Wirtschaftsinteressen. Deutschland pocht auf faire Wettbewerbsbedingungen. Der IWF sieht ein größeres Problem in China: Es droht eine Bankenkrise.

ShanghaiBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Sonntag mit mehreren Mitgliedern ihres Kabinetts zu deutsch-chinesischen Regierungskonsultation nach Peking. Dort geht es unter anderem um das Vorgehen der EU gegen Billigimporte der Stahlindustrie aus dem asiatischen Land.

Merkel sagte: „Wir haben im Augenblick eine sehr komplizierte Situation auf dem Stahlmarkt“. China produziere etwa die Hälfte der Stahlmenge, was auch deutsche Unternehmen beeinflusse. Deshalb sei es Aufgabe der EU-Kommission zu schauen, ob ein Anti-Dumping-Verfahren notwendig sei: „Wir werden uns strikt auf der Grundlage der Welthandelsorganisation verhalten – da kann ich für die Kommission wirklich die Hand ins Feuer legen.“

Die deutsche Industrie spricht sich für einen weitergehenden Schutz vor Dumping und einen Abbau der Überkapazitäten in China aus. „Die chinesische Regierung sollte darauf vorbereitet sein, dass es in Europa starke Stimmen gibt, China den Marktwirtschaftsstatus noch nicht zu erteilen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Markus Kerber. „Es gibt in China Marktzugangshemmnisse, die so in Europa nicht existieren.“

Dazu zähle etwa der Zwang deutscher Investoren, einzig und allein in Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Partnern einzusteigen. Auch unfreiwilliger Technologietransfer stelle deutsche Unternehmen vor Ort immer noch vor große Herausforderungen. „Diese Themen gehören jetzt auf die Tagesordnung“, forderte Kerber. Ziel müsse sein, bei der Vergabe des Marktwirtschaftsstatus an China eine tragfähige Lösung zu finden, die den Schutz der deutschen und europäischen Industrie vor Dumping-Produkten aus China garantiere.

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China droht eine Bankenkrise

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