Durchbruch ausgeblieben: Albaner und Serben können sich nicht einigen

Durchbruch ausgeblieben
Albaner und Serben können sich nicht einigen

Aus der EU-Annäherung Serbiens und des Kosovo wird vorerst nichts. Brüssel machte eine Einigung im Kosovo-Konflikt zur Bedingung, alle Seiten kündigten einen Durchbruch an - und scheiterten an Details.
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BrüsselDer von allen Seiten angekündigte Durchbruch im Kosovo-Konflikt ist auch nach 14-stündigen Vermittlungsversuchen der EU am Dienstag in Brüssel ausgeblieben. Ziel war es, die ethnische Spaltung des Kosovo in Albaner und Serben zu beenden und fünf Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo das Verhältnis beider Länder zu verbessern.

Er habe sich mit seinem Kosovo-Amtskollegen Hashim Thaci nicht über die Rechte der serbischen Minderheit im Kosovo einigen können, sagte Serbiens Regierungschef Ivica Dacic am frühen Mittwoch in der belgischen Hauptstadt. Die albanisch geführte Kosovo-Regierung habe nicht die serbische Forderung nach Polizei- und Justizgewalt für die serbische Minderheit in Nordkosovo erfüllen wollen.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklärte ihre insgesamt acht Vermittlungsrunden für vorerst beendet. Es sei das letzte Mal gewesen, dass es ein formelles Treffen gegeben habe, teilte sie am Mittwoch mit. Die Meinungsverschiedenheiten der beiden Parteien bezögen sich zwar nur auf einige Punkte, seien aber tief.

Am Ende der Verhandlungen lägen mehrere Vorschläge auf dem Tisch, sagte Ashton ohne weitere Angaben. Beide Delegationen müssten jetzt darüber in ihren Hauptstädten beraten: „In den nächsten wenigen Tagen werden sie mich dann ihre Entscheidung wissen lassen“.

„Die Kosovo-Seite befürchtet, dass die Gemeinschaft serbischer Kommunen die Basis für einen zukünftigen Separatismus sein wird“, beschrieb Dacic die Gegensätze: „Die serbische Gemeinschaft in Nordkosovo ist aber nicht denkbar, wenn sie keinerlei Kompetenzen hat“.

Auch die von Pristina geforderte und von den Serben verweigerte Stationierung von Sicherheitskräften der Kosovo-Regierung im Norden des Landes sei weiter strittig. Während die Serben an der Gesamtbevölkerung nur noch zehn Prozent ausmachen, stellen sie im Norden die lokale Mehrheit.

Das Scheitern in Brüssel bedeute aber nicht das Ende aller Verhandlungen zwischen den beiden zerstrittenen Nachbarn, machte Dacic klar. Sein Verhandlungspartner Thaci bot neue Gespräche schon in der kommenden Woche an, wenn „Serbien unsere Prinzipien anerkennt“.

Serbien erkennt die Souveränität des Kosovo nicht an. 1999 hatte die Nato wegen des Kosovo-Konflikts Krieg gegen Serbien geführt, um die Tötung und Unterdrückung der albanischen Zivilisten zu beenden.

Der Misserfolg könnte zu schweren innenpolitischen Verwerfungen einschließlich Neuwahlen führen, hatte es im Vorfeld der Verhandlungen geheißen. Auch die von Serbien und dem Kosovo gewünschte schnelle Annäherung an die EU dürfte ausbleiben. Brüssel hatte dafür einen Verhandlungserfolg zur Bedingung gemacht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Welche Statt ist mafios und kriminell weist mitlerweile jede , Angefangen in Sllowenien ,Kroatien,Bosnien und zum schluß Kosovo wurden mehrere tausend menschen umgebracht und jetzt mit propaganda krieg weiter zu führen funktioniert nicht mehr.
    Un sie @anonym wollen jemand als mafia Statt bezeichnen , mit welchen recht oder begründung ? Q u a t s c h

  • Die Albaner hatten bereits einen Staat. Er heißt Albanien. Trotzdem bekamen sie westliche Unterstützung für einen neuen, um an die Bodenschätze im Kosovo ran zu kommen. Als Beispiel, Frau Albright hat sich im Jahr 1999. als Außenminister der USA für den Krieg gegen Jugoslawien eingesetzt. Zwei Jahre später hat http://www.albrightstonebridge.com fast drei Milliarden € in die Minen im Kosovo investiert. Übrigens, denn Joschka Fischer werden sie auch unter "Team" sehen können.
    Knapp gesagt, Deutsches Bundeswehr ist dort, und unser Steuergeld fließt nach Kosovo NUR, dass ein Paar Konzerne ihre Ausbeutung fortsetzen können, wie überall in der Welt.

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