Durchbruch
Nordkorea stimmt atomarer Abrüstung zu

Durchbruch im Atomstreit: Nordkorea unternimmt erste Schritte zur Beendigung seines Atomwaffenprogramms. Schon in den nächsten 60 Tagen will der kommunistische Staat ein Zeichen setzen. Es ist der erste konkrete Fortschritt in dem Konflikt seit mehr als drei Jahren.

HB PEKING. Nordkorea hat sich zum schrittweisen Abbau seines Atomprogramms bereit erklärt. Dazu soll innerhalb von 60 Tagen ein erster Reaktor abgeschaltet werden. Diese Vereinbarung wurde in den Sechsparteiengesprächen in Peking erzielt, an denen neben Nord- und Südkorea auch die USA, China, Russland und Japan beteiligt sind.

Das letztendliche Ziel sei die Aufgabe des Atomwaffenprogramms, sagte der chinesische Chefunterhändler Wu Dawei auf der Abschlusssitzung. Im Gegenzug für die nuklearen Abrüstung bekommt Nordkorea umfangreiche Energielieferungen. USA und Nordkorea wollten bilaterale Verhandlungen aufnehmen, um ungelöste Probleme in ihren Beziehungen mit dem Ziel einer Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu lösen.

Die US-Regierung habe die Vereinbarung gebilligt, sagte der amerikanische Unterhändler Christopher Hill. Der japanische Außenminister Taro Aso dämpfte allerdings die Erwartungen hinsichtlich der Tragweite der Vereinbarung. Ein Abkommen allein bedeute noch nicht, dass der Konflikt beigelegt sei: „Das ist nur der erste Schritt, und wir müssen sehen, ob konkrete Schritte folgen“, sagte Aso.

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Die Delegationen hatten seit Donnerstag in Peking verhandelt. Bei dem Treffen waren zuvor noch "einige technische Fragen" von verschiedenen Ländern vorgebracht worden, schrieb Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap. Nordkorea solle Energielieferungen in einem Umfang von einer Million Tonnen Rohöl im Jahr bekommen, wenn es seine Atomeinrichtungen innerhalb von zwei Monaten stilllegt. Zudem sollen Arbeitsgruppen geschaffen werden, die über weitere Schritte zum Abbau des Atomwaffenprogramms, Wirtschaftshilfe, eine Normalisierung der Beziehungen sowie einen Friedensvertrag für die koreanische Halbinsel diskutieren werden. Der gemeinsamen Erklärung müssen jedoch noch die Regierungen der beteiligten Länder zustimmen.

China, die USA, Russland, Südkorea und Japan versuchen seit 2003, die kommunistische Regierung in Nordkorea zur Aufgabe ihres Atomwaffenprogramms zu bewegen. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass das Land im Oktober nach eigenen Angaben seinen ersten Atomwaffentest vornahm.

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