Dutzende Geiseln wieder in Freiheit
Mehrere Tote bei Befreiung von Geiseln in der saudi-arabischen Stadt Chobar

Sicherheitskräfte in der saudi-arabischen Stadt Chobar haben nach eigenen Angaben die meisten der rund 50 Geiseln befreit. Bei der Erstürmung des Wohnkomplexes wurden laut Medienberichten aber auch mehrere Ausländer getötet.

HB BERLIN. Das Geiseldrama in der saudi-arabischen Stadt Chobar ist nach Angaben von Sicherheitskräften am Sonntagmorgen mit Gewalt beendet worden. Nach offiziellen Angaben sollen die meisten der rund 50 ausländischen Geiseln wohlauf sein. Zwei Terroristen seien getötet worden, hieß es. Sieben Extremisten wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte festgenommen, darunter auch der Anführer der Gruppe.

Medienberichte, wonach auch ein Brite und drei Filipinos bei der Erstürmung der von islamistischen Extremisten besetzten Wohnanlage getötet worden seien, wurden bislang nicht bestätigt. Auch ein US-Bürger soll demnach ums Leben gekommen sein. Ein Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AP, es habe unter Geiseln und Angreifern mehrere Tote gegeben. Genauere Angaben machte er jedoch nicht.

Zuvor hatte ein saudi-arabischer Sicherheitsbeamter von der Befreiung Dutzender Geiseln gesprochen, unter ihnen viele Europäer und Amerikaner. Der saudi-arabische Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin Sultan, sprach von sieben befreiten Amerikanern, zwei von ihnen seien verletzt.

Möglicherweise hatten die Extremisten vor der Erstürmung des Wohnkomplexes Geiseln umgebracht. Saudi-arabische Zeitungen berichten, dass die Angreifer mindestens eine Leiche aus der Anlage geworfen hätten. Mehrere Tote seien geschändet worden.

Spezialeinheiten der Streitkräfte waren am Sonntagmorgen mit Hubschraubern auf dem Dach der Wohnanlage «Oasis» gelandet, wo sich mehrere bewaffnete Männer mit rund 50 Geiseln verschanzt hatten. Die Sicherheitskräfte seilten sich ab und drängen in den Komplex ein. Ein erster Versuch zur Befreiung der Geiseln, unter denen auch Italiener und Niederländer gewesen sein sollen, war in der Nacht abgebrochen worden.

Die Terroristen hatten die Menschen am Samstag in ihre Gewalt gebracht, nachdem sie bei Anschlägen auf Büros von Erdölfirmen mindestens zehn Menschen getötet hatten. Zu den Angriffen hatte sich im Internet die Al-Kuds-Brigade im Namen des Terrornetzwerks Al Qaeda bekannt. Unter den Opfern waren mindestens drei westliche Ausländer, unter ihnen ein Amerikaner. In unbestätigten Berichten hieß es, bis zu 16 Menschen seien getötet worden. Laut dem saudi-arabischen Kronprinz Abdullah starb auch ein kleines Mädchen.

Die USA forderten ihre Staatsbürger auf, umgehend Saudi-Arabien zu verlassen. Die Bundesregierung will ihre Reisehinweise verschärfen.

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