Easyjet-Chefin zum Brexit „Großbritannien sollte in der EU bleiben“

Die Easyjet-Chefin ist gegen einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union – unterstützt aber die Forderungen des britischen Premiers David Cameron, die EU zu reformieren.
Die Easyjet-Chefin spricht sich öffentlich gegen einen Brexit aus - so wie auch viele andere britische Unternehmen. Quelle: dpa
Carolyn McCall

Die Easyjet-Chefin spricht sich öffentlich gegen einen Brexit aus - so wie auch viele andere britische Unternehmen.

(Foto: dpa)

LondonFür Carolyn McCall ist der Dienstag eigentlich ein Jubeltag. Mit einem großen Fest begeht die Chefin des größten britischen Billigfliegers in der Firmenzentrale am Airport Luton das 20jährige Firmenjubiläum. Doch angesichts von Camerons Rede ist die 53-Jährige, die zu den einflussreichsten Wirtschaftsfrauen in Großbritannien zählt, bereit, mit dem Handelsblatt auch über einen möglichen Brexit, also einen EU-Ausstieg, zu sprechen.

Frau McCall, Premierminister David Cameron hat nun Bedingungen für einen Verbleib Großbritanniens in der EU gestellt. Was halten Sie von einem möglichen Brexit?

Easyjet ist eine europäische Erfolgsgeschichte und konnte so nur dank europäischer Deregulierung entstehen. Deshalb ist Easyjets Position in dieser Frage sehr klar: Wir sollten in der EU bleiben. Das ist eine gute Sache für die Wirtschaft und es ist eine gute Sache für Passagiere.

Also sehen Sie den Vorstoß von Cameron mit Sorge?

Wir unterstützen die Forderung von David Cameron nach Veränderungen in der EU, denn Reformen in Brüssel sind ein wichtiger Punkt. Aber unsere Position ist ganz klar, dass es die richtige Entscheidung ist, in der EU zu bleiben.

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Würden Sie der britischen Regierung raten, die Abstimmung über einen Brexit so schnell wie möglich abzuhalten?

Ich finde, dass ist eine Frage, die die britische Regierung entscheiden muss. Wir werden abstimmen können, wenn wir wissen, welche Ergebnisse Camerons Verhandlungen gebracht haben und wir in der Bevölkerung eine Debatte darüber geführt haben, was ein Ausstieg bedeuten würde.

Werden Sie sich dabei auch öffentlich in die Debatte einschalten?

Wir tun dies bereits jetzt aus der Perspektive von Easyjet. Und ich bin mir sicher, dass auch andere wichtige Unternehmenschefs noch ihre Stimme erheben werden.

Fürchten Sie, dass die Unsicherheit bis zum Votum der britischen Wirtschaft schadet?

Nein, das glaube ich nicht. In London gab es gerade eine große Konferenz des Arbeitgeberverbandes auf der eine Studie vorgestellt wurde, wonach rund 80 Prozent der britischen Unternehmen erwarten, dass diese Unsicherheit ihr Geschäft nicht destabilisieren wird. Ich glaube darum nicht, dass die Abstimmung in nächster Zeit einen großen negativen Effekt auf den Großteil der britischen Firmen haben wird.

Frau McCall, vielen Dank für das Interview.

Die Fragen stellte am Airport London-Luton Carsten Herz.

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