„Economist“-Chefin
Medien berichten zu emotional zu Brexit-Debatte

Woche für Woche diskutiert der „Economist“ Argumente für und gegen die britische EU-Mitgliedschaft. Die Wochenzeitung wirbt gegen einen Brexit, die meisten großen britischen Zeitungen machen allerdings Stimmung dafür.

LondonDie Medien in Großbritannien treiben nach Ansicht der „Economist“-Chefin mit unsachlicher Berichterstattung das Land in Richtung EU-Ausstieg. „Dass die Brexit-orientierten Massenmedien das Thema meistens emotional diskutieren, spielt eine wichtige Rolle“, sagte Zanny Minton Beddoes der Deutschen Presse-Agentur in London. „Wenn man manche Zeitungen liest, kann man gar keine rationale Debatte über Vor- und Nachteile der EU führen.“

Minton Beddoes ist seit gut einem Jahr Chefredakteurin der britischen Wochenzeitung, die in jeder Ausgabe Argumente für und gegen die britische EU-Mitgliedschaft diskutiert, über die das Volk am 23. Juni per Referendum entscheidet. „Wo wir stehen, ist klar“, sagte sie - der liberale „Economist“ wirbt für einen Verbleib in der Union. Die meisten großen Zeitungen wie „Sun“, „Daily Mail“, „Telegraph“ oder „Times“ machen allerdings eher Stimmung für einen EU-Austritt.

Zwar könne man sich angesichts der Umfragen nicht sicher sein, sagte Minton Beddoes, aber sie glaube, dass sich das Land fürs Drinbleiben entscheide. „Ich denke, am Ende werden viele Briten konservativ abstimmen - wenn nichts von außen die Debatte kurz vorher total durcheinander rüttelt.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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