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09.07.2008 
Wirtschaftsminister zurückgetreten

Ecuadors Regierung beschlagnahmt Firmen und Fernsehsender

Die Regierung in Ecuador hat drei Fernsehsender und fast 200 Firmen beschlagnahmt. Präsident Rafael Correa begründete die Sicherstellung der Unternehmenswerte mit einem Bankenzusammenbruch aus dem Jahre 1998.

HB QUITO. Neben den Sendern wurden auch 195 Unternehmen vom Staat übernommen, darunter Versicherungs-, Immobilien- und Baufirmen. Alle betroffenen Unternehmen gehörten zumindest teilweise der Familie Isaias, deren Geldinstitut Filanbanco zusammen mit 20 weiteren Banken der Finanzkrise Ende der 90er Jahre zum Opfer fiel. William und Roberto Isaias flohen danach in die USA. Ecuador hat ihre Auslieferung beantragt.

Der linksgerichtete Präsident Rafael Correa erklärte, die beschlagnahmten Unternehmen schuldeten dem Staat mehrere Millionen Dollar. Er kündigte ihre Versteigerung an und sagte, der Erlös solle an Gläubiger von Filanbanco gehen.

Der Präsident von Gamavision, Alvaro Dassum, protestierte gegen die Beschlagnahme und erklärte, der Sender habe nichts zu tun mit Filanbanco und unterhalte keine Geschäftsbeziehungen zu den beiden Brüdern Isaias. Dassum ist ein Cousin der Bankiers. Estefano Isaias, dem der Sender TC Television gehört, warf der Regierung vor, sie wolle die Medien unter ihre Kontrolle bringen. "Wir leben in einer Diktatur", sagte er.

Unmittelbar vor der Aktion erklärte Wirtschaftsminister Fausto Ortiz seinen Rücktritt. Er wurde ersetzt von der bisherigen Leiterin der Bankenbehörde, Wilma Salgado.

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