Edward Snowden: „Phantom von Moskau“ gibt Rätsel auf

Edward Snowden
„Phantom von Moskau“ gibt Rätsel auf

Für Reporter unerreichbar ist Snowden im Transitbereich des Moskauer Flughafens untergetaucht. Offiziell dementiert Russland jede Kooperation - mit Snowden wie mit den USA. Doch hinter den Kulissen ist alles möglich.
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MoskauDer meistgesuchte Mann der Welt scheint sich auf dem Moskauer Flughafen in Luft aufgelöst zu haben. Wo ist Edward Snowden, der von den USA als „Verräter“ gejagt wird? Ein Heer von Reportern hält seit Tagen den Hauptstadt-Flughafen Scheremetjewo in Beschlag, dort soll sich der 30-Jährige im verwinkelten Transitbereich verstecken. US-Abhör-Spezialisten scannen Anrufe aus dem riesigen Airport auf sein Stimmenprofil, wie russische Medien berichten. Doch Snowden scheint wie vom Erdboden verschluckt, ist zum „Phantom von Moskau“ geworden.

In dem Spionagethriller bestätigt Kremlchef Wladimir Putin zwar, dass der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter von Hongkong kommend in Moskau gelandet ist. Aber die Ankunft des Mannes, der umfassende Ausspähprogramme westlicher Geheimdienste öffentlich gemacht hat, sei „eine Überraschung“ gewesen, behauptet der Ex-KGB-Offizier – obwohl Snowden mit der russischen Staatslinie Aeroflot reist.

Die Spur verliert sich in Terminal F. Fernsehberichte zeigen, wie Journalisten aus aller Welt den zweitgrößten Airport der russischen Millionenmetropole belagern. „Dieser Flughafen hat mehr als 1000 abgesperrte Türen, und hinter jeder kann Snowden stecken“, sagt ein britischer Journalist in seinem Beitrag.

Als es vor wenigen Tagen hieß, Snowden fliehe über Kuba nach Ecuador, kauften zwei Dutzend Journalisten in freudiger Erwartung ein rund 2000 US-Dollar teures Ticket nach Havanna. Doch ihr Risiko wurde nicht belohnt: Fensterplatz 17A blieb leer, die Reporter traten den zwölfstündigen Flug in die Karibik ohne Snowden an.

Auf dem Moskauer Flughafen scheinen grelle Sonnenstrahlen durch die ungeputzten Scheiben. Draußen auf dem Rollfeld parken abflugbereite Aeroflot-Maschinen. In der Transitzone fungiert ein Schnellimbiss als Basislager der „Snowden-Safari“, wie russische Staatsmedien über die Suche nach dem Informanten berichten.

Da für den Zutritt in den Transitbereich eine Bordkarte nötig ist, buchen Reporter für rund 100 Euro einen billigeren Flug in die ukrainische Hauptstadt Kiew – den sie nicht antreten. Stattdessen halten sie intensiv Ausschau.

Ausländer können im Transitbereich bis zu 24 Stunden auf ihren Flug warten, so sehen es russische Gesetze vor. Danach brauchen sie ein Transitvisum. Theoretisch ist das kein Problem für Snowden, denn in Scheremetjewo befindet sich eine Konsularabteilung des russischen Außenministeriums. Doch es bleibt rätselhaft, welche Dokumente er vorgezeigt hat. Sein Pass wurde von den US-Behörden annulliert. Andere Reisedokumente soll er nicht besitzen.

In der Transitzone, in der Snowden „verloren ging“, stehen zahlreiche Non-Stop-Restaurants und Duty-Free-Läden. Der Airport war von deutschen Firmen nach dem Vorbild des Flughafens in Hannover zu den Olympischen Sommerspielen 1980 gebaut worden. Mit jährlich rund 25 Millionen Passagieren ist er zu einer Kleinstadt ausgewachsen: Es gibt Supermärkte, Kleidergeschäfte und das Hotel „V-Express“ mit rund 70 Zimmern. Ja, Snowden sei kurz dort gewesen, sagt eine Angestellte zu der Staatsagentur Ria Nowosti. „Aber er ist längst wieder weg.“

„Verkehrte Welt: Snowden ist zwar in Moskau, aber nicht in Russland“, meint der Radiokanal Echo Moskwy dazu. Der Rundfunksender bezweifelt, dass Russland sich wirklich aus dem Fall heraushalte. „Der russische Geheimdienst mischt sich doch in alles ein“, meint Kommentator Mark Sandomirski. Da sei es schwer vorstellbar, dass sich ein Ausländer ohne Pass tagelang im Transitbereich aufhalten könne.

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  • Witzige Auseinandersetzung mit der aktuellen Snowden Situation. Das Portal artistxite hat eine Playlist erstellt -> http://artistxite.de/de/magazine/news/98010/Was-hrt-eigentlich-Edward-Snowden.html

  • Vermutlich ist er schon längst über den Landweg weit weg nach Petersburg gebracht worden, wo die Horde von Journalisten ihn durch aufspüren nicht den Amerikanischen Geheimdienst ausliefern können. Russland ist Groß und Snowden
    kann zwischen Schee und Sonne sich entscheiden.

  • Wir sollten uns lieber um unsere schönen Drohnen kümmern, die liebevoll "Datenstaubsauger" genannt werden, und von denen niemand weiß, welche Daten aus welchem Grund sie sammeln, wenn sie über Deutschland oder anderen EU-Staaten kreisen. Wenn der Datenschutz transparent mit Füßen getreten wird, macht es das nicht harmloser.

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