Effizienzagentur „Rudea“
Deutsche helfen Russen beim Energiesparen

Die russisch-deutsche Energieagentur „Rudea“ soll noch in der ersten Jahreshälfte ihre Arbeit aufnehmen. Die deutsche Seite wird an Rudea 20 Prozent halten, die russische Seite 80 Prozent. Ziel der Agentur ist es, die Energieeffizienz in Russland zu steigern. Die Einsparpotenziale sind enorm.

KLAUS STRATMANN | BERLIN

Die russisch-deutsche Energieagentur "Rudea" soll noch in der ersten Jahreshälfte ihre Arbeit aufnehmen. Die deutsche Seite wird an Rudea 20 Prozent halten, die russische Seite 80 Prozent. Ziel der Agentur ist es, die Energieeffizienz in Russland zu steigern. Die Einsparpotenziale sind enorm. Deutsche Unternehmen sollen einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, diese Potenziale zu heben.

Aus dem Rudea-Gründungskonzept, das dem Handelsblatt vorliegt, geht hervor, dass das Ministerium für Energiewirtschaft den russischen Anteil halten wird, die Deutsche Energieagentur (Dena) übernimmt den deutschen Anteil. Die Dena gehört zur Hälfte dem Bund, die andere Hälfte teilen sich KfW-Bankengruppe, Allianz, Deutsche Bank und die DZ Bank. Rudea soll eine Basisfinanzierung aus den Mitteln der Gesellschafter in Höhe von 2,5 Mio. Euro erhalten und binnen fünf Jahren mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes durch private Projektfinanzierungen erwirtschaften.

Die Idee einer deutsch-russischen Energieagentur war im vergangenen Jahr geboren worden, bislang aber noch nicht klar umrissen. In den vergangenen Wochen wurde das Konzept mit Hochdruck vorangetrieben. Die Agentur soll die Steigerung der Energieeffizienz in den Bereichen Gebäude, Industrie, Energieerzeugung und-transport und erneuerbare Energien vorantreiben.

Das Einsparpotenzial in Russland ist enorm, die Effizienz des Energieeinsatzes ist in sämtlichen Bereichen weit entfernt von westeuropäischen Standards. Die russische Regierung hat das erkannt und sich zum Ziel gesetzt, die Effizienz deutlich zu erhöhen. Eine Studie des russischen Energieministeriums war im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Effizienz beim Energieeinsatz bis 2020 verdoppeln lässt. Fachleute schätzen, dass es in Russland wirtschaftlich sinnvoll nutzbare Einsparpotenziale gibt, deren Volumen der doppelten Menge des Gases entspricht, das Russland jährlich ins westliche Europa exportiert. Wenn Russland mehr Energie einsparte, bliebe mehr Gas für den lukrativen Export in den Westen übrig.

Diesem Grundgedanken folgt die russische Regierung auch beim Umbau des Kraftwerksparks: Das Land will den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung von derzeit etwa 16 auf knapp 30 Prozent erhöhen, um mehr Gas und Öl ins Ausland verkaufen zu können. Bislang stützt sich die Stromerzeugung stark auf fossile Energieträger.

Deutsche Firmen, die weltweit eine starke Position bei Produkten und Dienstleistungen zur Erhöhung der Energieeffizienz haben, sind in Sachen Energieeffizienz in Russland bereits stark vertreten. In Zukunft könnten sich allerdings zusätzliche Geschäfte ergeben. In Wirtschaftskreisen heißt es, die neue Agentur könne dabei helfen, weitere Türen zu öffnen. Dazu soll auch das von der Dena entwickelte Konzept für die Rudea beitragen: Es sieht vor, dass sich Unternehmen mittelfristig am Kapital der Gesellschaft beteiligen können. Firmen seien ausdrücklich eingeladen, "an der weiteren Ausgestaltung der Rudea als Kompetenzzentrum für Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Russland" mitzuwirken.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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