EFSF-Hilfe für Spanien Schäuble dementiert Anleihenkäufe

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Spekulationen über bevorstehende Käufe von spanischen Staatsanleihen durch EFSF und EZB zurückgewiesen. Spanien selbst fordert derweil mehr Solidarität von Deutschland.
Update: 28.07.2012 - 11:45 Uhr 241 Kommentare
Quelle: dpa

Berlin/BrüsselDie Euroländer sind einem Pressebericht zufolge bereit, weitere Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF für Spanien mitzutragen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf Quellen in Brüssel berichtete, will die Europäische Zentralbank (EZB) spanische Staatsanleihen von Geldinstituten und anderen Investoren kaufen, um so die Nachfrage zu erhöhen und die Zinslast zu verringern. Die Zinsen hatten in den vergangenen Tagen die kritische Schwelle von sieben Prozent überschritten.

Die EZB soll dem Bericht zufolge im Namen des bestehenden Euro-Rettungsfonds EFSF tätig werden. Die Zentralbank kann demnach sofort aktiv werden, sobald ein entsprechender Antrag Spaniens bei den Euroländern eintrifft, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Diese sind offenbar zu dem Schritt bereit. Die entsprechenden Vorbereitungen seien getroffen, hieß es in Brüssel.

Nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist allerdings kein neues Hilfsprogramm für Spanien geplant. Auf die Frage, ob es bald einen Antrag geben werde, damit der Euro-Rettungsschirm spanische Staatsanleihen kaufen könne, sagte Schäuble der „Welt am Sonntag“: „Nein, an diesen Spekulationen ist nichts dran.“

Schäuble glaubt nicht, dass die hohen Risikoaufschläge auf die Anleihen Spanien überfordern. „Der Finanzbedarf Spaniens ist kurzfristig nicht so groß“, sagte er. „Die hohen Zinsen sind schmerzlich, und sie schaffen eine Menge Beunruhigung - aber die Welt geht nicht unter, wenn man bei einigen Anleiheauktionen ein paar Prozent mehr zahlen muss.“ Man habe ein „ausreichend großes Hilfspaket geschnürt“ für Spanien. Das Land erhält für die Rekapitalisierung seiner Banken bis zu 100 Milliarden Euro. „Und wir haben davon 30 Milliarden Euro im Rettungsschirm EFSF als mögliche Soforthilfe bereitgestellt“, betonte der Finanzminister.

Schäuble zeigte sich überzeugt, dass die Anstrengungen Spaniens bald belohnt werden. „Das Reformprogramm wird eine gute Wirkung entfalten. - auch an den Finanzmärkten.“ Die Regierung habe alle notwendigen Entscheidungen getroffen und setze sie um. „Dafür gebührt ihr Respekt, denn die Maßnahmen wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer oder die Kürzung von Beamtenpensionen sind unpopulär“, sagte der Finanzminister. „Die Finanzmärkte honorieren diese Reformen noch nicht, aber das wird noch kommen.“ Vertrauen gewinne man nur langsam zurück.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag gesagt, die EZB sei bereit, „alles Notwendige zum Erhalt des Euro zu tun.“ An den europäischen Börsen sorgte Draghis Bekenntnis für ein Plus. Schäuble wertete das Bekenntnis Draghis positiv, im Rahmen des EZB-Mandats „die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Euro zu ergreifen“. Zugleich betonte er, „Voraussetzung“ sei, dass auch die Politik ihre Aufgaben erfülle. Dazu gehörten in erster Linie weitere Reformanstrengungen der Euroländer.

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241 Kommentare zu "EFSF-Hilfe für Spanien: Schäuble dementiert Berichte über Anleihenkäufe"

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  • @Rechner

    "In dem von Ihnen jetzt an die Wand gemalten Katastrophenszenario - (Fast) Alle EU-Staaten pleite"

    Nö, Italien, Spanien dürften reichen. Dazu Frankreich kurz vor der Zahlungsunfäigkeit. Durchaus realistisch bzw. eigentlich schon eingetreten....

  • "Rechner", kennen Sie die sogenannte "Faßregel"?

  • @Josef_Landmann
    Die Schuldenproblematik hat weniger mit dem Euro zu tun, sondern mit unseriöser Haushaltspolitik sowie den Auswüchsen am Finanz- und Kapitalmarkt. Der Ausbruch dieser Krise liegt im Jahr 2008 in den USA und schwappte, aufgrund der Bankenverflechtungen, auf Europa über. Hier, im Jahr 2008, hätte die Politik härtest durchgreifen und die Banken regulieren müssen. Dies wurde jedoch sträflich versäumt. Stattdessen begann die Politik Banken, die aufgrund von Fehlspekulationen/Fehlinvestitionen in Schieflage geraten sind, mit immer neuen Rettungsschirmen zu unterstützen, anstatt diese in die Insolvenz gehen zu lassen (HRE etc.). Hier wurde der Begriff "systemrelevant" kreiert, um der Bevölkerung vorzugaukeln, diese Banken müssten gestützt werden......Inzwischen bedienen die Steuerbürger (hauptsächlich Deutschlands) nicht nur Banken, sondern auch die Großfinanz wie Hedgefonds etc. mit ihren Steuermilliarden und Haftungsgarantien. Zu stoppen wird dieser Irrsinn nicht mehr sein, solange, bis auch Deutschland unter irgendeinen "Rettungsschirm" schlüpfen muß. Leider haben diese Auswüchse unter Kohl, weiter unter Schröder ihren Lauf genommen. Die gefährlichsten Spieler sind nicht Merkel und Schäuble, sondern Trittin, etliche aus der grünen Fraktion, EZB, IWF, die USA und GB.

  • Jedes Meinungsforschungsinstitut befragt zwischen 1000 und 1250 Personen. Frau Merkel verfügt somit einer Gefolgschaft von 750 Personen. Herr Schäuble 610 Personen. Das entspricht der Realität und kann unkommentiert stehen bleiben.

  • 'Hardie67' sagt
    ------------------------
    @Rechner

    Sie sagen mit anderen Worten noch immer das Gleiche wie ich auch :-) Nämlich das schlimmstenfalls unsere Billion Forderungen wertlos sind....

    "In dem Moment in dem die Sicherheiten bei der EZB platzen ist die EZB überschuldet. Und muß sich von ihren Eigentümern refinanzieren lassen."

    So ist es. Und wenn unsere Miteigentümer pleite sind, bleibt es an uns hängen.
    ------------------------

    In dem von Ihnen jetzt an die Wand gemalten Katastrophenszenario - (Fast) Alle EU-Staaten pleite - sind doch diese 800 Milliarden an target2-Guthaben vollkommen bedeutungslos.

    Dann sind nämlich auch alle Banken pleite. Und zwar weltweit - nicht nur in der EU. Die 5000 Milliarden an privaten Geldvermögen sind Guthaben bei Banken: futsch.

    Alle Versucherungen sind pleite - die Allianz kann ihre 143 Milliarden an Anlagen in den Wind schreiben.

    Kurz und gut - alle Spargutgaben, Zusatzrenten, Kapitallebensversicherungen sind FUTSCH.

    10 Millionen Konkurse in D mindestens.

    RESET / BSP -50%.

    Mit oder ohne Target2.

    In allen anderen - nicht finalen - Fällen ist es aber so, daß bei einer Refinanzierung die Steuerzahler und Leistungsempfänger der EU-Staaten die Kosten tragen.

    *** Und dabei ist die Höhe des deutschen target2-Saldos vollkommen unerheblich. ***

    *** Wir zahlen unseren Anteil von 18,9373%. Wenn auch nicht von Hundert, sondern von dem was nach Abzug der Pleitiers übrigbleibt.
    Bei einer Pleite Spaniens z.B. 91.696. ***

    Und wenn ein Teil der Kosten der Refinanzierung durch Inflationierung des Euros aufgebracht werden sollte, dann trifft das alle Nettobesitzer von Euoguthaben und -forderungen gleichmäßig.

    Die Bundesbank würde also einen Realwertverlust bezüglich ihres Eigenkapitals von 132 Milliarden Euro erleiden - NICHT bezüglich ihres target2-Guthabens von 800 Milliarden.

    Denn entsprechend den Forderungen aus target2 gibt es ja Verbindlichkeiten gegenüber Geschäftsbanken.

  • Ein Vorschlag eines Forumsteilnehmer, welcher den sofortigen Austritt aus dem Euro ins Spiel brchte, sollte weitergedacht werden. Ausgezeichnet. Die verbleibenden Euroländer samt korrupten Bänkster sowie Finanzmafia, USA, GB, BB....können sich dann gegenseitig aus dem Sumpf ziehen. Ohne deutsche Steuermilliarden. Und dann schickt Merkel, Schäuble, Trittin, Schröder etc. nach Brüssel als Berater. Dass kann nur "gut" werden.

  • O-Ton 'landwirt'
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    Hat der Typ Rechner nicht behauptet, alles ist besichert.
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    Nein hat er nicht.

    Das ist nur eine Phantasievorstellung vom Typ 'landwirt'.

    +++++++++++++++++++++++++

    O-Ton 'landwirt'
    --------------------
    Jetzt doch wieder nicht. Hat zuviel Methangas eingeatmet.......
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    Würde eher sagen, Sie hatten zu viel Gülle zum Frühstück.

    O-Ton 'landwirt'
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    Dem Wortverdreher sollten alle den Rücken zudrehen. Der hat sich empfohlen für BLÖD-Zeitung. Hetzen, verleumden. Da erfüllt er alle Vorgaben für einen BLÖD-Reporter.
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    "Hetzen, verleumden" ist wohl eher ihr Metier.

    Mag natürlich sein, daß Sie die BLÖD-Zeitung intellektuell überfordert.

    Vielleicht wären Malbücher für Sie das richtige.

    Mit schönen, landwirtschaftlichen Motiven aus Ihrer Erfahrungswelt.

  • O-Ton 'Zeitzeuge'
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    @ Rechner :

    Zzzzz... und nun wieder die altem Methoden, wenn die neuen trotz größter Anstrengungen doch versagen?

    : )))))))))) - armer Sack!
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    Werter Herr Sack, nett von Ihnen, daß Sie hier mit Ihrem Klarnamen unterzeichnen.

    ...

    Paßt irgendwie auch besser als "Zeitzeuge".

  • O-Ton 'fuso'
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    @Rechner
    Da scheine ich ja bei Ihnen ins Schwarze getroffen zu haben. Psychopathologisch, Landei, Ratte.... Da greifen Sie aber ziemlich tief in die Schmutzkiste.
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    Tja, mein Lieber - wie man in den Wald hineinruft ...

    Wollte eben zu "Schreiberling im Auftrag" und "Maulwurf" was passendes finden.

    Scheint geklappt zu haben.

    ++++++++++++++++

    O-Ton 'fuso'
    ----------------
    Wir anderen Foristen ziehen dann doch vor, uns in Foren auszutauschen. Dann werde ich mich jetzt auf den Weg in meinen Kuhstall machen und hoffe, dass ich dort nur Rindviehcher mit 4 Beinen treffe.
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    Dann wünsche ich viel Spaß bei Indy- oder Altermedia.

    Und eine gute Heimreise!

  • @Rechner

    "Aussagen über die Zukunft, die sich auf Sachverhalte beziehen auf die man selbst nur beschränkt Einfluß hat, können keine "Lügen" sein."

    Einspruch ! Schäuble kannte und kennt die Lage. Und er weiss um die Gewichtigkeit seiner Aussagen. Insofern kann und konnte er abschätzen, dass sich seine Behauptungen auf zumindest sehr dünnem Eis bewegen.
    Wenn er Fakten bewusst ignoriert, dann ist er vielleicht kein Lügner, er ist aber sehr sehr nahe dran.

    Zumindest handelt er in der Absicht, die Märkte zu beeinflussen. "Die Märkte" gehen ihn aber nichts an, er ist in seinem Handeln dem deutschen Volk verpflichtet. Das hat er aber völlig vergessen oder aber ihm wurde nahe gelegt, dass er es zu vergessen hat.

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