Ehemaliger US-Präsident
Gerald Ford ist tot

Der frühere US-Präsident Gerald Ford ist tot. Er wurde 93 Jahre alt. Ford hatte das Amt in einer schwierigen Zeit für die Vereinigten Staaten übernommen: Vietnamkrieg, Watergate-Affäre, Wirtschaftskrise. Dieser unheilvolle Cocktail kostete ihn schließlich auch das Amt. Anerkennung fand Ford erst nach seinem Ausscheiden.

HB LOS ANGELES. Fords Tod gab seine Frau Betty am späten Dienstagabend (Ortszeit) im kalifornischen Rancho Mirage bekannt. Ford war der 38. Präsident der Vereinigten Staaten und der einzige, der nicht durch eine Wahl ins Amt kam: Er löste 1974 den wegen der Watergate-Affäre zurückgetretenen Präsidenten Richard Nixon ab, dessen Stellvertreter er war.

Fords drei Amtsjahre standen unter keinem guten Stern. Er musste die Niederlage der USA im Vietnamkrieg 1975. Hinzu kam eine durch die Ölkrise geschwächte US-Wirtschaft; die Inflation stieg bis auf 7 Prozent. Zu seinen ersten Amtshandlungen als Präsident gehörte die Gewährung der vollen Amnestie für seinen Vorgänger Nixon. Dieser Schritt kostete ihn nach Meinung vieler den Wahlsieg 1976. Später zollten ihm jedoch viele Respekt für diesen Schritt, denn er habe dazu beigetragen, dass das Land den Skandal hinter sich ließ und nach vorne blickte. 1977 löste der Demokrat Jimmy Carter den Republikaner Ford ab.

Politische Gegner zollten ihm Respekt

„Unser langer nationaler Albtraum ist vorüber“, sagte Ford bei seinem Amtsantritt in Anspielung auf die Verfehlungen seines Vorgängers. Politische Gegner hielten ihm zugute, den Respekt für das Amt wiederhergestellt zu haben. Dabei nahmen Humoristen Ford, in jungen Jahren ein vielversprechender Football-Spieler, ständig aufs Korn: Er galt als tollpatschig, weil er sich mehr als einmal den Kopf beim Ausstieg aus der Air Force One stieß und so manche Treppe hinunterstolperte.

Der amtierende Präsident George W. Bush würdigte Ford in einer ersten Reaktion als einen „großen Amerikaner“, der viele Jahre seines Lebens in den Dienst der USA gestellt habe. Ford habe dazu beigetragen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Präsidentschaft wiederherzustellen, betonte Bush in bezug auf den Watergate-Skandal.

Langes Leben

Ford wurde von allen bisherigen Präsidenten der USA am ältesten. Im August erhielt er einen Herzschrittmacher, im Januar 2006 lag er wegen einer Lungenentzündung knapp zwei Wochen im Krankenhaus. 2000 erlitt Ford einen oder mehrere leichte Schlaganfälle. 2001 nahm er drei Tage nach dem 11. September mit den Ex-Präsidenten Carter, George Bush und Bill Clinton an einem Gedenkgottesdienst für die Opfer der Terroranschläge teil.

In Omaha (Nebraska) am 14. Juli 1913 geboren, studierte Ford Jura in Yale. Während des Zweiten Weltkrieges diente er auf einem Flugzeugträger im Pazifik. 1949 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt.

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