Eigener Klimaschutz-Plan
China übt CO2-Verzicht

China ist binnen weniger Jahre zu einer der größten Wirtschaftsmächte der Welt aufgestiegen – und parallel dazu zu einem der größten Klimaschädiger. Mit einem eigenen Aktionsplan will die Volksrepublik der Erderwärmung nun entgegenwirken. Das Reich der Mitte hat jedoch grundsätzlich andere Prioritäten als den Klimaschutz.

HB/ink/jod/and PEKING. Laut dem am Montag veröffentlichten Plan sollen die klimaschädlichen Industrie-Emissionen von Distickstoffmonoxid (Lachgas) 2010 das Niveau von 2005 nicht übersteigen. Das Land will zudem den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) durch den Ausbau von Wasser- und Atomkraft sowie durch effizientere Kohlekraftwerke reduzieren. Der Ausstoß von geschätzten 6,1 Mrd. Tonnen im Jahr 2004 soll so um 950 Mill. Tonnen verringert werden. Verbindliche Obergrenzen für CO2-Emmissionen, wie sie die Deutschland fordert, lehnte China aber ab.

Die Volksrepublik mit ihrem rasanten Wirtschaftswachstum war zuletzt international immer stärker unter Druck geraten, mehr gegen den CO2-Ausstoß zu tun. China deckt zwei Drittel seines Energiebedarfs aus Kohle. Die Volksrepublik wird die USA vermutlich in den nächsten beiden Jahren als größter CO2-Emmittent der Welt ablösen.

Vorrangiges Ziel bleibe eine nachhaltige Entwicklung und der Kampf gegen Armut, heißt es in dem Plan. China sei bereit, die internationale Kooperation beim Klimaschutz zu verstärken. Eine regionale Zusammenarbeit solle allerdings nur „komplementär“ zum Kyoto-Protokoll erfolgen.

China fühlt sich unfair behandelt

Bei der Vorstellung des neuen Programms erklärte der Chef der chinesischen Planungsagentur, Ma Kai, die globale Klimaerwärmung sei hauptsächlich von 200 Jahren ungebremster Industrialisierung verursacht. Es wäre daher unfair, China und anderen Entwicklungsländern Pflichtobergrenzen aufbürden zu wollen. Beobachter vermuten, dass das Programm darauf abzielt, Kritik an China zuvorzukommen, wenn Präsident Hu Jintao am Freitag als Gast das Treffen den G8-Gipfel in Deutschland besucht.

Für das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen und Russlands in dieser Woche im Ostseebad Heiligendamm strebt die Bundesregierung konkrete Vereinbarungen zum Klimaschutz an. Die USA als größter Klimaschädiger haben im Vorfeld einen eigenen, wesentlich weicheren Vorschlag zum Klimaschutz gemacht.

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