Eigenes Zahlungssystem geplant: Putin sucht nach Ersatz für Visa und Mastercard

Eigenes Zahlungssystem geplant
Putin sucht nach Ersatz für Visa und Mastercard

Russland ist bereit zur Nothilfe für seine Banken. Angesichts des Kapitalabzugs von Investoren und der Folgen von Sanktionen hat Kreml-Chef Wladimir Putin sogar die Einführung eines eigenen Zahlungssystems veranlasst.
  • 27

MoskauRussland sieht sich angesichts des wirtschaftlichen und politischen Drucks gezwungen, Hilfen für die eigenen Banken in Aussicht zu stellen. Die russische Notenbank hat wegen des Kapitalabzugs von Investoren und der Folgen westlicher Sanktionen gegen das Land eine Stützung der heimischen Banken angekündigt.

Man werde die Institute falls nötig mit Geld versorgen, erklärte Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina am Donnerstag. „Wir sind dazu bereit, alle Standard-Werkzeuge zu nutzen, um unsere Banken mit Liquidität zu versorgen."

Außerdem hat Kremlchef Wladimir Putin ein eigenes Zahlungssystem in Auftrag gegeben. Zuvor hatten die Kreditkarten-Anbieter Visa und Mastercard im Zusammenhang mit den von EU und USA verhängten Sanktionen ihre Dienste für russische Banken vorübergehend eingestellt.

Putin drohte den US-Unternehmen mit dem Verlust eines „lukrativen“ Marktes. „Wir müssen unsere Interessen schützen und werden dies auch tun.“ Japan und China nutzten bereits erfolgreich eigene Systeme, sagte Putin der Agentur Itar-Tass zufolge bei einem Treffen mit Mitgliedern des Föderationsrates am Donnerstag.

Die zunehmende internationale Isolation des Landes nach der Annexion der Krim verunsichert derzeit zahlreiche Investoren, viele von ihnen ziehen sich derzeit aus der einstig boomenden Wirtschaft in Russland zurück. Allein im ersten Quartal 2014 sollen die Investoren rund 70 Milliarden US-Dollar (50,85 Milliarden Euro) abgezogen haben.

Auch der russische Vizeminister für Wirtschaftsentwicklung, Andrej Klepatsch, geht von dieser Summe aus. Im Gesamtjahr 2014 könnten es laut einer Prognose der Weltbank sogar bis zu 150 Milliarden US-Dollar werden. Der Rubel-Kurs war bereits Mitte des Monats auf ein historisches Tief gefallen.

Seite 1:

Putin sucht nach Ersatz für Visa und Mastercard

Seite 2:

Isolation verunsichert Investoren

Kommentare zu " Eigenes Zahlungssystem geplant: Putin sucht nach Ersatz für Visa und Mastercard"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Das ist das Problem von euch Verschwörungstheoretikern."

    :-))) Ihre Argumentation kenne ich von vielen Leuten, die den Status Quo erhalten wollen und sich die Welt so zusammenreimen, dass sie den Glauben daran erhalten können.
    Aber das ist ja grundsätzlich iO, dass man seine Komfortzone nicht verlassen möchte. Man sollte sich aber nicht wundern, wenn man urplötzlich überrascht wird und von den einsetzenden Ereignissen überrollt wird....Deutschland 1942/1943 hätte auch nie mit dem gerechnet, was ab 1944 abging.

  • @Hardie67

    Sehe die Sache ähnlich. Isolierung, Stimmungmache gegen RUS - ist eben der schwächere der beiden asiatischen Zentralmächte. An China geht die USA erst richtig ran, wenn sie vorher RUS kleingekriegt haben. Dumm nur, dass Putin ihnen seit 2000 das Geschäft verdirbt, das heißt "Ausplünderung der Bodenschätze" - und das noch voraussichtlich bis 2024! Bei der intellektuell begrenzten EU bemerkt leider keiner, dass ein Russe traditionell auf Druck mit Sturheit & Trotz reagiert und die Russen so was von hart im nehmen sind, dass sich ständig jammernden Südeuropäer a) eine Scheibe abschneiden können und b ) der Euro wieder echte Probleme bekommt, bevor sich in RUS politisch irgendetwas verändert aufgrund von Sanktionen, Kapitalflucht usw.

  • Sie Denken viel zu politisch. Das ist das Problem von euch Verschwörungstheoretikern. Die Länder der BRIC werden erst ihre eigenen Währungen bevorzugen wenn sie sich sind, dass das Geld auch einen stabilen Wert besitzt. Jeder der sich hochgearbeitet hat will sein Geld nciht wieder verlieren. Und das bietet nur der US Dollar und der Euro. Für den Rubel bekommen sie nichts ausser ein paar rohstoffe. Und wenn der Ölpreis wieder ein bisschen fällt ist das land sofort in der rezesion und sie bekommen vielleicht garnichts mehr. Dafür braucht es keinen einflss von aussen. Das ist nur eine Ausrede die seit der französischen Revolution gebraucht wird. die Versager an der Macht geben gerne den anderen die schuld. Mit einem Koffer dollarnoten fliegen sie im schlimmstenfall in die USA und kaufen einen Cadillac und ein Haus. Mit Euroe einen Benz und ne Wohnung. Was wollen Sie mit einem Koffer Rubel machen? drei Barrel öl und 2 pullen Vodka?
    Und Hussein wollte nie Öl gegen was anseres als Dollar verkaufen. Die USA sind dort einmarschiert weil die SAudis drum gebettelt haben. Darum haben die auch mehr Soltaten gestellt als die Briten. Die wollten sich einfach einen konkurrenten vom hals schaffen. Und Lybiens ölreserven sind nicht der Rede wert. Gaddhafi hat es einfach geschafft sein LAnd so abzuwirtschaften und selbst in so einem Luxus zu leben, dass die Leute das nich mehr akzeptiert haben. Seine Drohungen gegen Europa haben dann den rest erledigt. Imemrhin gibt es keinen Presidenten in Europa oder den USA der so einen LEbensstadnart hat wie Gaddhafi oder Hussein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%