Ein Besuch bei den Radikalen der Hamas
Bruderkampf in Gaza

Abu Mohammed macht sich nichts vor: „Ich lebe gefährlich. Ich muss entweder mit meiner Verhaftung oder mit meinem Tod rechnen“, sagt er, während er seine Panzerabwehrwaffe liebevoll auf dem Schoss hält. Aber er sei bereit, Opfer zu bringen: „Das ist der Preis für die Freiheit.“

GAZA. Der untersetzte, sehnige Mann, Abu Mohammed ist sein Kampfname, lebt in Dschabalja, einem Flüchtlingslager unweit von Gaza-City. Tagsüber ordnet er in einer Klinik Krankenberichte und Rechnungen. Damit ernährt er seine achtköpfige Familie.

Jeden Tag um 14 Uhr endet sein bürgerliches Leben. Dann zieht Abu Mohammed den grün gefleckten Kampfanzug über und schultert seine Panzerfaust. Der Rest des Tages bis zum Nachtgebet gehört der radikal-islamischen Hamas. „Ich bin Offizier bei den Al-Aksa-Brigaden“, sagt er stolz.

Jahrzehntelang war klar, wen die Hamas bekämpfte: Israel war der Feind. Doch seit sich die Israelis vor drei Wochen aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen haben und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas der Hamas die Waffen wegnehmen will, um endlich den Terror einzudämmen, hat Abu Mohammed zwei Feinde: Israel und die eigenen palästinensischen Brüder.

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