Ein britischer Soldat tot
Blutige Kämpfe in Afghanistan

Mit einem erbitterten Gegenangriff haben die radikal-islamistischen Taliban am Dienstag im Süden Afghanistans einen Vorstoß britischer Truppen auf ihr Gebiet zurückgeschlagen.

HB GARMSER. Bei den Gefechten sei ein Marinesoldat getötet und ein zweiter verletzt worden, teilte die britische Einsatzgruppe für die afghanische Provinz Helmand (UKTF) mit. Marineinfanteristen hatten vor Morgengrauen eine Brücke zu einem Tal in der Provinz überquert, das fast vollständig von den radikalen Moslems gehalten wird. Sie wurden von „Apache“-Kampfhubschraubern, B1-Bombern und A-10 Kampfflugzeugen unterstützt. Nach anfänglich leichtem Widerstand der Taliban antworteten diese einem Reuters-Kameramann zufolge mit einem koordinierten Gegenangriff mit schweren Waffen und versuchten, die britischen Soldaten einzukesseln. Nach zehn Stunden zogen diese sich zurück.

Die Soldaten hätten mit Widerstand gerechnet, sagte Major Andy Plewes von der Zulu Company der Royal Marines der Nachrichtenagentur Reuters. „Was wir nicht wussten, ist wie stark er sein würde.“ Gegenwärtig verfügten die Alliierten in der Region nicht über genügend Truppen, um erobertes Gebiet halten zu können. Diese Aufgabe müsse von afghanischen Soldaten übernommen werden. Den Angriff wertete Plewes als einen Erfolg. Die Taliban seien aus einigen Gebieten am Fluss Helmand vertrieben worden. Ohne die Afghanen könne wohl nicht mehr erreicht werden. In der Zwischenzeit müssten die Nato-Soldaten versuchen, die Sicherheit in der Region so gut es gehe zu gewährleisten. In Helmand wird ein Drittel des weltweiten Opiums angebaut. Bislang kontrollierten afghanische Sicherheitskräfte nur einen Brückenkopf in dem Tal.

Die Nato hat 32 000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Das Bündnis hatte im Oktober den Krieg gegen die Taliban vom US-Militär übernommen. Die Gefechte in Afghanistan sind die heftigsten seit dem Sturz der Taliban durch US-geführte Truppen 2001. Seit dem Einmarsch wurden 41 britische Soldaten in Afghanistan getötet - die meisten von ihnen dieses Jahr. Die Bundeswehr ist im vergleichsweise ruhigen Norden im Einsatz. Die Bundesregierung hat Forderungen der Bündnispartner abgelehnt, deutsche Soldaten auch im Süden einzusetzen.

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