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20.11.2007 
US-Präsidentschaftswahlkampf

Ein Fixstern und zwei Satelliten

von Markus Ziener

Sechs Wochen vor der ersten Vorwahl im US-Wahlkampf in Iowa liegt Hillary Clinton vor allen anderen Kandidaten klar in Front. Für Barack Obama und John Edwards, ihre beiden Hauptgegner in der eigenen Partei, geht es nun schon fast um alles. Clinton macht es ihren Kontrahenten schwer, gibt sich beinahe fehlerlos – eine Schwachstelle hat jedoch auch sie.

Harter Konkurrenzkampf: Bislang kann Barack Obama (rechts) nicht gegen Hillary Clinton (links) punkten. Foto: dpaLupe

Harter Konkurrenzkampf: Bislang kann Barack Obama (rechts) nicht gegen Hillary Clinton (links) punkten. Foto: dpa

DES MOINES. Als Hillary Clinton endlich in den Ring darf, ist eine halbe Ewigkeit vergangen. Stunden, in denen abgegessene Teller die Gäste anstarren, die Kälte in die Knochen kriecht und die Ohren von den immer gleichen Wahlkampfsprüchen dröhnen.

Das Jefferson-Jackson-Dinner, der größte Spendensammelabend der Demokraten, im Veterans Memorial Auditorium in Iowas Hauptstadt Des Moines ist eine Tortur. Nur zeigen darf das niemand – schon gar nicht, wenn er oder sie Präsident der USA werden möchte. Also trippelt Hillary Clinton beschwingt das Treppchen hinauf in das von Grünzeug umrahmte Bühnengeviert und setzt ein Lächeln auf. Immer schön lächeln. Wähler mögen keine Miesepeter.

Ziemlich genau 32 Minuten und 35 Sekunden dauert bei Hillary Clinton die Standardwahlkampfrede. In einem US-Wahlkampf wird so etwas mitgestoppt – und kein Kandidat beeindruckt mit Präzision und Disziplin so wie die New Yorker Senatorin.

Als Clinton auf dem Podest steht, hat sie Kälte und Müdigkeit aus den Kleidern geschüttelt. Niemals verliert die 60-Jährige auch nur für einen Moment den Faden, nie folgt sie einer spontanen Eingebung oder ändert ihr Redetempo – nur spricht sie heute kürzer als sonst. Die ehemalige First Lady wirkt, als sei sie dem Kandidatenstatus schon entrückt.

Sechs Wochen ehe am 3. Januar Iowas Bürger als erste entscheiden, wen sie in die Wahl um die Nachfolge von George W. Bush schicken wollen, dominiert Hillary Clinton das Feld. In den meisten Umfragen liegt die einzige Frau im Rennen ums Weiße Haus mit bis zu 20 Prozentpunkten vorne – auch gegenüber potenziellen Kandidaten der Republikaner.

Ihre innerparteilichen Rivalen Barack Obama und John Edwards setzen nun alles auf Iowa, um mit einem Überraschungssieg im Januar neuen Schwung zu bekommen. Die unangreifbare, fehlerlose Hillary zu schlagen ist ihre Obsession geworden. Beim Dinner in Des Moines treffen die drei aufeinander.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kontrahenten laufen nur hinterher

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