„Ein Freund der Deutschen“
Russischer Ex-Präsident Jelzin gestorben

Der frühere russische Präsident Boris Jelzin ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Das teilte der Pressedienst des Kremls am Montag in Moskau mit. Politiker in Russland und in aller Welt würdigten die Verdienste Jelzins.

HB MOSKAU/BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte ihn einen Kämpfer für Demokratie und Freiheit. Altkanzler Helmut Kohl lobte den Verstorbenen als einen „großen Staatsmann„ und „treuen Freund der Deutschen“. Aus Russland kam aber auch Kritik an Jelzin, dessen Regierungszeit in den 1990er Jahren vielen durch Chaos, Armut und Raubkapitalismus in Erinnerung geblieben ist. Der Politiker stand von 1991 bis 1999 an der Spitze Russlands.

Jelzin starb am Montag um 15.45 Uhr (Ortszeit) im Kremlkrankenhaus an Herzschwäche. Er soll am Mittwoch auf dem Neujungfrauen-Friedhof in Moskau beigesetzt werden. Sein Nachfolger Wladimir Putin sprach Jelzins Witwe Naina telefonisch sein Beileid aus. „Es ist ein Mensch gestorben, dank dem eine völlig neue Epoche begonnen hat“, sagte Putin am Montagabend in einer Fernsehansprache. Durch ihn sei ein neues, demokratisches Russland geboren worden. Er selbst habe Jelzin als einen mutigen und gleichzeitig herzlichen Menschen gekannt. Putin ordnete für Mittwoch in Russland Staatstrauer an.

US-Präsident George W. Bush schrieb in einem Kondolenztelegramm: „Jelzin war eine historische Figur, der seinem Land in einer Zeit bedeutsamen Wandels diente. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Auflösung der Sowjetunion und half, die Fundamente der Freiheit in Russland zu legen.“ EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte den Verstorbenen einen mutigen Mann. „Am besten ist er uns in Erinnerung, als er sich gegen den Staatsstreich (1991) stemmte“, sagte Barroso in Brüssel.

Altbundeskanzler Kohl erklärte: „Seine Verdienste um die russisch- deutschen Beziehungen und den Weltfrieden sind nicht hoch genug einzuschätzen.“ Jelzin sei ein Freund gewesen, mit dem er eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe. Merkel formulierte in einem Kondolenzschreiben, Jelzin sei eine große Persönlichkeit der russischen und internationalen Politik gewesen. „Sein Beitrag zur Entwicklung der Beziehungen unserer beiden Staaten bleibt unvergessen“, so Merkel. Deutschland werde ihm ein ehrendes Andenken halten.

Bundespräsident Horst Köhler würdigte Jelzins Einsatz für die Demokratie in Russland und damit eine bessere und friedlichere Welt. „Wir Deutsche sind ihm zutiefst dankbar für den Beitrag, den er durch seine mutigen Entscheidungen zur Deutschen Einheit geleistet hat“, schrieb Köhler in einem Telegramm.

Der britische Premier Tony Blair sagte, Jelzin habe eine „entscheidende Rolle in einer äußerst wichtigen Zeit der Geschichte Russlands gespielt“. Der französische Präsident Jacques Chirac nannte den Verstorbenen einen Mann, „der mit seinem Mut, seiner Hartnäckigkeit und seinem politischen Sinn die Freiheit triumphieren ließ“. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer erklärte, Jelzin habe viel dafür getan, das Erbe des Kalten Krieges zu überwinden.

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