Ein Jahr in Haft

Timoschenko setzt Akzente aus der Haft

Seit einem Jahr sitzt die Erzfeindin des ukrainischen Staatschefs Janukowitsch in Haft - doch auch von dort aus bestimmt Julia Timoschenko das Geschehen weiter. Die Regierung kämpft bei der Parlamentswahl ums Überleben.
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Selbst aus dem Krankenhaus kann Julia Timoschenko Druck auf Janukowitsch ausüben. Quelle: dpa

Selbst aus dem Krankenhaus kann Julia Timoschenko Druck auf Janukowitsch ausüben.

(Foto: dpa)

KiewWährend der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch immer mehr an Rückhalt verliert, erlebt seine Erzrivalin Julia Timoschenko eine Art politische Wiedergeburt. Die seit einem Jahr inhaftierte Ex-Regierungschefin setzt auch aus dem Gefängnis heraus zum Ärger von Janukowitsch immer wieder Akzente in der früheren Sowjetrepublik. Der Jahrestag ihrer Verhaftung am 5. August fällt mitten in den Wahlkampf vor der für Ende Oktober geplanten Parlamentswahl.

Mit Protesten und Kampfansagen an die Regierung hat die ukrainische Opposition der umstrittenen Inhaftierung von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko vor einem Jahr gedacht. In einer Klinik in Charkow, in der die erkrankte 51-Jährige von Berliner Ärzten gepflegt wird, gaben Unterstützer für die Politikerin am Sonntag 365 Rosen ab - für jeden Hafttag eine Blume. Vor dem Krankenhaus forderten rund 100 Anhänger lautstark „Freiheit für Timoschenko“.

Ein 20 Meter großes Banner mit der Aufschrift „Freiheit für Julia“ entfalteten Regierungsgegner in der Hauptstadt Kiew an einer Brücke über den Dnjepr-Fluss. „Ihre Haft ist ein Zeichen der Hilflosigkeit der Staatsführung“, sagte ein Oppositionssprecher. Er drohte vor der Parlamentswahl am 28. Oktober der regierenden Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch einen harten Wahlkampf an.

In einer Zeltstadt von Timoschenko-Unterstützern in Kiew eröffnete die Opposition eine Foto-Ausstellung über die seit einem Jahr andauernde Haft. In der Metropole der Ex-Sowjetrepublik verteilten etwa 300 Anhänger der Ikone der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 zudem Aufkleber mit dem Spruch „365 Tage in Gefangenschaft: Sie ist ungebrochen - und du?“

Nur die in Haft erkrankte Timoschenko könne die zersplitterten Gegner des umstrittenen Staatschefs Janukowitsch einen, meint indesder Politologe Wadim Karassjow. Das sieht die Opposition offenbar genauso und wählt Timoschenko zur Spitzenkandidatin. Es ist wohl eher ein symbolischer Schritt, denn Gefängnisinsassen dürfen laut Gesetz nicht zu Wahlen antreten. Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt - zur Last legt ihr die Justiz ein Gasabkommen mit Russland, mit dem sie der Ukraine geschadet habe.

Warnung vor einem „politischen Krieg“
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6 Kommentare zu "Ein Jahr in Haft: Timoschenko setzt Akzente aus der Haft"

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  • Nach meiner Erkenntnis ist eine klare Mehrheit der Ukrainer für oder zumindest nicht gegen die Wiedereinführung von Russisch als Regionalsprache !
    Das gewaltsame Durchpeitschen von Ukrainisch als einzige Amtssprache und die Mitgliedschaft in der NATO, die auch von der Mehrheit der Ukrainer aus guten Gründen angelehnt wird, waren die Hauptgründe für eine Spaltung der ukrainischen Gesellschaft und die treibende Kraft dabei war Julia Timoschenko !!

  • @ bjarki: Sie klingen ja wie ein typischer NSA-Schreiberling. Darf ich fragen wie viel Sie für diesen Beitrag kassiert haben? Wie alte sind Sie eigentlich, 15? 19? Also über 25 würde ich sie aufgrund Ihrer Aussagen nicht schätzen. Waren Sie mal in Osteuropa? Ich bin in der Ukraine geboren und habe dort meine Familie. Sprechen Sie russisch? Ich schon, leider spreche ich als Ukrainer (Odessit) kein Ukrainisch, denn als Kind bin ich im Gegensatz zu den heutigen Kindern noch nicht ukrainisch indoktriniert worden. Auch ich glaubte einst an die objektive, unabhängige und qualitativ hochwertige Presse in Deutschland. Aber der Propagandajournalismus von Spiegel und anderen "Leitmedien" in Sachen Timoschenko, Putin & Co haben mich in dieser Beziehung entjungfert, wenn nicht mein Vertrauen in die Deutsche Presselandschaft regelrecht vergewaltigt. Wäre ich ein Deutscher, ohne Russischkenntnisse und Auslandserfahrung, würde ich den Müll evtl. ebenfalls schlucken. Jedoch kenne ich die Meinung der Ukrainischen und Russischen Bevölkerung. Und wenn ich diese Volksmeinung mit manchen Leitmedienbeiträgen vergleiche, dann erkenne ich eine Diskrepanz von 180 Grad, immer und immer wieder. Fakt ist das das Timoschenko Milliarden vom Volk geraubt hat und vom Großteil der Ukrainer gehasst wird. Fakt ist dass Janukowitsch Pro Westen eingestellt ist und ein EU-Assoziierungsabkommen einer Russland-Zollunion vorzieht. Fakt ist dass Putin der beste Präsident ist denn Russland in letzter Zeit hatte und daher vom Volk geliebt und gewählt wird. Fakt ist dass der in Deutschland hochgepriesene Gorbatschow in der Beleibtheitsskala der Osteuropäer weit abgeschlagen ist hinter Menschen wie Stalin. Dass Putin Russland aus der Sch**ße geholt hat, in die sie Gorbatschow geritten hatte, als er zu schwach war um die Volksinteressen gegenüber einzelnen Machtgruppen zu verteidigen, das zerstörte, wofür das Volk mit Stolz jahrelang gekämpft hatte und das selbe Volk in Hungernot, Armut und Kriminalität stürzte.

  • @ Bitchekoopen und Dressler : Na, habe ich es nicht gesagt ?
    Grauenvolle Schreiberlinge des Staatsfeindes Nummer 1. Da stimme ich Romney zu. Putin ist dieselbe menschenverachtende Nummer wie fast alle sowjetischen Führer, mit allem Drum und Dran, wie Gulag, Mord, KGB. Vom Feinsten meine Herren. Durch Ihr Geschreibe wird es nicht besser. Gehen Sie nach Russland für immer und arbeiten Sie an sich selbst gründlich und vor allem an Demokratie und Freiheit.

  • Ich lebe und arbeite seit Jahren in Osteuropa.
    Das was Sie hier über Russland und die Ukraine verbreiten trifft nicht zu.

    Richtig ist, daß der Westen, allen voran die USA, den kalten Krieg weiterführen. In den Köpfen der Westeuropäer und insbesondere auch der Medien hat es die Perestroika nie gegeben. Probleme werden aufgebauscht und Timoschenko nur als Angriffsfläche missbraucht.

    Der US-Oppositionführer Romney sagte kürzlich, dass Russland Staatsfeind Nr.1 sei. Diese Aussage ist wichtig für uns, um zu erkennen, dass die USA ein vereintes Europa fürchten, wie der Teufel das Weihwasser.

    Fakt ist, daß wir den Osten in seinem gewaltigen Umbruch alleine lassen. Statt zu unterstützen blockieren und kritisieren wir nur.

    Wir schlagen die Tür zu, wenn Russland Mitglied der Nato werden will oder der EU Vorschläge für ein Zusammenwachsen macht.

    Während dessen berichtet die USA gerade, daß die Welt eine Führungsmacht braucht und die USA diese Rolle wieder einnehmen wolle.

    Gleichzeitig stationiert man an der russischen Grenze einen Raktenabwehrschild, der das Gleichgewicht der atomaren Abschreckung ausser Kraft setzt.

    Wenn Sie hier also einen solchen Müll verbreiten, dann plappern Sie nur nach, was man Ihnen über die Medien ins Hirn transportiert hat.

    Die Wahrheit (Prawda) ist, daß es in Westeuropa und den USA nicht weniger Korruption gibt, nicht mehr Demokratie gibt, als in Osteuropa.

    Ziel ist es, daß die "Westmächte" ein vereintes, militärisch unabhängiges und wirtschaftlich starkes Europa um jeden Preis verhindern wollen. Allen voran die "Weltmacht" USA.

    Als Deutscher schäme ich mich für diese Politik und Medienkampagnen. Insbesondere, da wir viele Millionen Osteuropäer im zweiten Weltkrieg ermordet haben und auch die Perestroika, die deutsche Wiedervereinigung, nicht angemessen beantworten.

  • Frau Timoschenko ist eine kriminelle Hure. Der größte Teil der ukrainischen Bevölkerung möchte Sie hängen sehen, besonders in der Ostukraine. Ich kenne mich aus, bin oft in der Ukraine.
    Deutschland sollte sich da heraus halten.

  • Timoschenko hat keine Chance. Mit Putins gütiger Hilfe wird Väterchen Russland die letzten Demokratie Zuckungen beseitigen. Janukowitsch wird ein Stalin Ergebnis einfahren, alle Welt regt sich auf und nichts passiert. Juschenko hat man vergiftet, Timoschenko offensichtlich auch. Allmählich geht einem dieser Dauer Stalinismus in Osteuropa auf den Geist. Und die mir bald antwortenden Schreiberlinge des KGB ebenfalls.

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