Ein Jahr nach Bin Ladens Tod
Obama kündigt Endphase im Krieg gegen den Terror an

Genau ein Jahr nach der Tötung von Osama bin Laden fliegt US-Präsident Obama nach Afghanistan. Er erklärt, die USA seien auf dem besten Weg, Al-Kaida zu zerstören. Nur Stunden später explodiert in Kabul eine Bombe.
  • 6

KabulEin Jahr nach der Tötung von Terrorchef Osama bin Laden hat US-Präsident Barack Obama bei einem symbolträchtigen Afghanistan-Besuch die Endphase des Krieges angekündigt. Nach verlustreichen Jahren sei das Ziel, das Terrornetzwerk Al-Kaida zu besiegen, nun in greifbare Nähe gerückt, sagte Obama am frühen Mittwochmorgen in einer Rede, die im US-Fernsehen zur besten Sendezeit live übertragen wurde. „Wir können das Licht eines neuen Tages am Horizont sehen“, sagte der Präsident auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram: „Unser Ziel ist es, die Al-Kaida zerstören, und wir sind auf dem Weg, genau das zu tun.“

Wenige Stunden nach Obamas Abreise wurden in der Hauptstadt Kabul mindestens sechs Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, zündete der Täter an einer der wichtigsten Durchgangsstraßen eine Autobombe. Dabei seien vier Zivilpersonen in einem Auto sowie ein Passant und ein Wachmann eines nahegelegenen Gebäudes getötet worden. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. In dem Gebiet im Osten der Stadt waren mehrere Explosionen und Schüsse in der Nähe einer Unterkunft ausländischer Arbeiter zu hören.

Obama war am Dienstag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen unangekündigt in Afghanistan eingetroffen. In Kabul unterzeichneten er und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai ein strategisches Partnerschaftsabkommen, das die Rolle der Vereinigten Staaten in dem Land nach dem für 2014 geplanten Abzug der US-Truppen festschreibt. Der siebenstündige Aufenthalt Obamas war bis zuletzt streng geheim gehalten worden.

Mit Blick auf die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 sagte der US-Präsident, nach einem Jahrzehnt der Konflikte im Ausland sei es nun an der Zeit für eine Erneuerung Amerikas. Unmittelbar nach der knapp 15-minütigen Rede trat Obama den Rückflug nach Washington an.

Obama bekräftige die Nato-Pläne, den Kampfeinsatz in den kommenden zweieinhalb Jahren zu beenden. „Wie unsere Koalition vereinbart hat, werden die Afghanen bis Ende 2014 voll verantwortlich für die Sicherheit ihres Landes sein“, sagte er. Ein früherer Abzug komme nicht infrage, weil dies erzielte Erfolge im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida gefährden könnte.

Seite 1:

Obama kündigt Endphase im Krieg gegen den Terror an

Seite 2:

Keine US-Basen in Afghanistan

Kommentare zu " Ein Jahr nach Bin Ladens Tod: Obama kündigt Endphase im Krieg gegen den Terror an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das Märchen von Osama's Tod aus dem Munde von Friedensnobelpreisträger "Krieg ist Frieden" Obama ist schon eine Delikatesse! Da hätte sich Jean de la Fontaine bestimmt inspirieren lassen. Nach dem Aprilscherz folgt der Maischerz! Ach Barack danke, Du hast mein Tag gerettet!

  • "Osama bin Laden, der vermeintliche Kopf Al Qaidas ist laut offiziellen Angaben auch tot."

    Stimmt - und das schon seit über 10 Jahren! Das Märchen von der Erstürmung seines Hauses in Pakisten war ein so lächerliches Märchen, daß man sich wirklich fragt, was die "herrschende" Presse dazu treibt, es auch noch unkommentiert zu drucken.

  • "Wer immer mehr Freiheit zu Gunsten der Sicherheit opfert,
    wird am Ende beides verlieren“.

    Benjamin Franklin)

    Die Terroranschläge vom 11. September 2001 jähren sich zum 10. Mal.

    Osama bin Laden, der vermeintliche Kopf Al Qaidas ist laut offiziellen Angaben auch tot.

    Fall abgeschlossen?

    Der Abschlussbericht zum Terroranschlag in New York über 600 Seiten stark und 2004 veröffentlicht lässt derart viele existenzielle Antworten vermissen, dass nur ein Bruchteil dieser Fragen in einem klassischen Mordfall zur Wiederaufnahme führen würden.

    Dass dem nicht so ist, kann kein Zufall sein!

    Die offizielle Erklärung zu den Geschehnissen am 11. September ist zu weiten Teilen eine Theorie.

    Eine Verschwörungstheorie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%