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Ein Mord und seine Folgen

HB DAMASKUS. Wenn das Regime nervös wird, dann funktioniert es nach den alten Reflexen. So wie am Montag. Als der bekannte Menschenrechtsanwalt Anwar el-Bunni die Treppe zum Justizgebäude in der Masri-Straße in Damaskus hinaufsteigt, schreit ihn eine Frau an: „Gib mir die 5 000 Pfund zurück!“ Dann lässt sie sich auf den Boden fallen, es entsteht Aufregung, und ein angeblich zufälliger Beobachter ruft in die Menge: „Der Rechtsanwalt Anwar el-Bunni hat die Bürgerin geschlagen.“ Blitzschnell ist eine Ambulanz vor Ort, die am Boden liegende Frau wird abtransportiert, später werden bei ihr innere Verletzungen diagnostiziert. El-Bunni taucht ab, ergreift die Flucht.

El-Bunni gehört zu jenen Bürgern, die das System herausfordern. Seit langem schon hat er vor Gericht Oppositionelle verteidigt. Vor allem aber hat er eine alternative, moderne syrische Verfassung geschrieben. Darin fordert er die Abschaffung des Präsidialsystems, die Einführung eines Rechtsstaats und die Anerkennung der Rechte von Minderheiten, etwa der Kurden. Zu viel für den Geheimdienst, der dann zu den bekannten Methoden griff, um den Juristen zu desavouieren, wie Vertraute el-Bunnis überzeugt sind.

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