Ein Schiff mit Hilfsgütern liegt bereits vor der Küste
Welternährungsprogramm plant Hilfseinsatz in Liberia

Vor dem Hintergrund des erwarteten Abzugs der Rebellen aus der liberianischen Hauptstadt Monrovia bereitet das UN- Welternährungsprogramm (WFP) einen großen Hilfseinsatz vor.

HB/dpa MONROVIA/NAIROBI. „Ein Schiff mit Hilfsgütern liegt vor der Küste, außerdem sollen am Freitag Hilfsgüter per Lastwagen ins Land kommen“, sagte die Programm-Koordinatorin Carolyn McAskie am Mittwoch dem britischen Sender BBC. Vertreter der Rebellengruppe LURD hatten am Vorabend ein Abkommen über den Rückzug unterzeichnet.

An den Verhandlungen war auch der Befehlshaber der US-Soldaten auf den Kriegsschiffen vor der Küste beteiligt. Bis Freitag sollen weitere US-Soldaten an Land gehen, berichtete der US-Sender CNN. Es handele sich um bis zu 100 Techniker und medizinisches Personal. Ein militärischer Einsatz sei aber unwahrscheinlich. Auf den Kriegsschiffen, die in Sichtweite vor der Küste ankern, befinden sich mehr als 2000 Marineinfanteristen.

Unterdessen hat in Monrovia das Tauziehen um politische Posten begonnen. Der neue Präsident Moses Blah bot den Rebellen die Vizepräsidentschaft an. Doch die Rebellen wollen Blah nicht anerkennen. Vielmehr erheben sie nun selbst Anspruch auf die Regierungsmacht. Bislang hatten die Rebellen betont, sie strebten nach dem Machtwechsel keine politischen Ämter an. An der Übergangsregierung, die für Oktober geplant ist, soll jedoch niemand aus der Führungsriege der Kriegsparteien beteiligt werden.

Humanitäre Lage weiterhin dramatisch

Auch am Mittwoch gingen die Kämpfe zwischen der kleineren Rebellengruppe Model und Regierungstruppen auf der Straße zwischen Monrovia und Buchanan weiter. Nach Angaben von Verteidigungsminister David Chea wollten Soldaten der westafrikanischen Eingreiftruppe ECOMIL versuchen, die Kämpfe zu stoppen. In der Region sind zahlreiche Flüchtlinge unterwegs, die nach dem Machtwechsel in Monrovia aus der von den Model-Rebellen kontrollierten Stadt Buchanan geflohen sind.

Die Friedensverhandlungen für Liberia in Ghana sind ins Stocken geraten. Ursprünglich sollte am Mittwoch bereits ein Abkommen unterzeichnet werden. Doch nach dem Rücktritt von Präsident Charles Taylor verlangten die Vertreter der Model-Rebellen Änderungen. Ihrer Ansicht nach sollte der Präsident der Übergangsregierung nicht gewählt, sondern von den beteiligten Parteien bestimmt werden.

Die humanitäre Lage in Liberia ist weiterhin dramatisch, auch wenn mittlerweile auf dem Luftweg nach und nach Hilfsgüter ins Land kommen. Der seit Tagen anhaltende Regen verschlimmert die hygienischen Bedingungen weiter. In Monrovia sind schätzungsweise knapp anderthalb Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, davon sind etwa 450 000 Flüchtlinge.

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