Ein Verdächtiger getötet, einer auf der Flucht: Terror-Jagd macht Boston zur Geisterstadt

Ein Verdächtiger getötet, einer auf der Flucht
Terror-Jagd macht Boston zur Geisterstadt

Nach dem Marathon-Anschlag erlebt Boston einen zweiten Schock-Tag: Ein Verdächtiger wurde von der Polizei getötet. Doch der zweite Mann ist noch in Boston unterwegs. Womöglich ein Tschetschene mit Sprengstoffgürtel.
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WatertownWenige Tage nach dem Terroranschlag auf den Boston-Marathon ist ein Verdächtiger von der Polizei getötet worden. Nach dem zweiten Verdächtigen, der sich nach einer heftigen Konfrontation mit der Polizei auf der Flucht befindet, wird mit einem massiven Polizeieinsatz gefahndet. Teile von Boston wurden am Freitagmorgen stillgelegt, Geschäfte und Schulen wurden geschlossen, der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Die Anwohner von ganz Boston wurden angewiesen, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Die Polizei schätzt den Flüchtigen als „extrem, extrem gefährlich“ ein. Er könne einen Sprengsatz am Körper tragen. Die Fahnder würden sich auf diese Gefahr vorbereiten, meldet CNN. Spezialisten seien am Ort.

Beide Männer stehen nach Erkenntnissen der Behörden auch im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf einen Polizeibeamten auf dem Gelände der Universität MIT in der Nähe von Boston am Donnerstagabend. Zudem gebe es eine Verbindung zum Bombenanschlag auf den Boston-Marathon, erklärte die Polizei. „Wir glauben, er ist ein Terrorist“, der gekommen sei, „um Menschen zu töten“, sagte der Sprecher.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP kommen die beiden Tatverdächtigen aus Russland. Informanten teilten der AP zudem mit, die Brüder Verdächtigen hätten schon mindestens ein Jahr in den USA gelebt. Nach Recherchen der Moscow Times stammt die Familie der 19- und 26-jährigen Brüder aus der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien, lebe jetzt aber im benachbarten Dagestan.

Die US-Behörden gaben keine weiteren Details zu den Tatverdächtigen preis. Es hieß lediglich, die Brüder hätten sich seit mehreren Jahren in den USA aufgehalten. In Sicherheitskreisen hieß es, man tendiere zu der Annahme, dass das Attentat, bei dem am Montag drei Menschen getötet und 176 zum Teil lebensgefährlich verletzt worden waren, einen islamistischen Hintergrund habe. Der flüchtige Dschochar A. Zarnajew hatte im Internet Links zu islamistischen Websites und zu Seiten mit Aufrufen für die Unabhängigkeit der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien gesetzt.

Bei dem getöteten Verdächtigen handelt es sich offenbar nach Polizeiangaben um einen der beiden Männer, der kurz vor dem Attentat am Montag im Zieleinlauf des Marathons mit einem Rucksack gefilmt worden waren. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN erlag der Mann nach einer wilden Verfolgungsjagd in der Ortschaft Watertown nahe Boston im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nach Angaben von Ärzten wurde er von extrem vielen Kugeln getroffen. Die Zahl der Einschüsse sei „nicht zu zählen gewesen“, sagte ein Krankenhausarzt. Nach unbestätigten Berichten trug der Mann zudem einen Sprengstoffgürtel, den er womöglich zündete. Die Ärzte berichteten, dass er nicht nur Schussverletzungen erlitten habe.

Am Donnerstagabend (Ortszeit) war auf dem Gelände des MIT ein Polizist erschossen worden. Die Polizei leitete daraufhin einen Großeinsatz ein, die Verdächtigen flohen mit einem gestohlenen Auto. Auch Bomben sollen gegen die Polizisten bei der Verfolgungsjagd eingesetzt worden sein. Bei dem Doppelanschlag auf den Boston-Marathon am Montag waren drei Menschen ums Leben gekommen und mehr als 180 verletzt worden.

Allerdings gab es zunächst weiter viele Unklarheiten. Der Sender CNN zeigte Videos eines Mannes, der nackt in ein Polizeiauto geführt wurde. Die Zeitung „Boston Globe“ hatte bereits zuvor berichtet, einer der Festgenommenen sei einer der beiden Verdächtigen des Blutbades von Boston. In anderen Berichten war sogar von einem dritten Beteiligten an der ursprünglichen Schießerei auf dem MIT-Campus die Rede.

Dutzende Polizisten und Mitglieder der Nationalgarde waren seit dem frühen Morgen (Ortszeit) in Watertown vor Ort. In der Luft kreisten Helikopter. Die Polizei verordnete den Bewohnern in einzelnen Straßenzügen eine Art von Hausarrest, Geschäfte wurden angewiesen, geschlossen zu bleiben und die Beschäftigten nach Hause zu schicken.

Außerdem drängte die Polizei Journalisten vor Ort, ihre Mobiltelefone auszuschalten. „Wenn Sie überleben wollen, schalten Sie Ihr Handy aus“, sagte ein Polizeibeamter zu einem Reporter.

Erst am Donnerstag hatte die Polizei Fotos zweier verdächtiger Männer veröffentlicht. Die Fotos seien kurz vor den beiden Detonationen am Montag am Tatort aufgenommen worden. Sie zeigen zwei junge Männer in dunkler Kleidung mit Rucksäcken. Bei den Bombenexplosionen waren am Montag drei Menschen getötet und mehr als 170 verletzt worden.

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  • Diese antiamerikanische Hetze einiger USA-Hasser ist wirklich beschämend und pietätlos.

    Schon bei Hitler hat der Amerika-Hass zur Staatsreligion gehört und wie man sieht führen unsere Internet-Trolle diese Tradition munter weiter.

  • Wieder Islamgläubige! Und wieder reden unsere Politiker vom friedlichen Islam (Tötet Andersgläubige ). Entgegen der Anweisung schreibt sogar die Welt über den Terroranschlag. Geben die Islasmunterstützer dort endlich auf?

  • @ yoski

    Die Eigenheiten der Bevölkerung kann man kritisieren.

    Aber bei einem Terror- und Folterstaat gibt es nichts zu kritisieren. Das ist einfach ein unhaltbarer Zustand, der Menschen verachtend ist.

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