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14.03.2008 

Doch wie beurteilen die Iraner Ahmadinedschads Bilanz tatsächlich? Wie populär ist er noch? Was hat dieser äußerst kontroverse Präsident dem Land gebracht?

Nicht viel außer Hoffnung auf bessere Zeiten – so lässt sich zumindest die Antwort des 75-jährigen Gholamali zusammenfassen, eines Glasers aus Narmak und eines „alten Bekannter von Ahmadinedschads Vater“: „Auf Ahmadinedschad kann man hoffen.“ Der Präsident sei gut, doch viele wollten nicht, dass er Erfolg habe und behinderten ihn deshalb, sagt der Mann mit dem weißen Haarkranz. „Ich werde auch seine Leute ins Parlament wählen, denn die werden ihn unterstützen“, so der Glaser.

Die Reformer jedenfalls, die bekämen seine Stimme nicht. Denn wegen des ehemaligen Reformpräsidenten Mohammed Chatami sei so vieles schlecht geworden: „Seinetwegen und wegen seiner angeblichen Freiheit kleiden sich viele Frauen heute wie Flittchen“, erzählt der alte Mann.

Für dieses harsche Urteil reicht ihm schon als Beleg, dass einige Frauen ihren schwarzen Hijab, das eng anliegende Kopftuch, nicht mehr bis zu den Augen herunterziehen, sondern noch viel Haar freilassen. „Aber Freiheit heißt doch nicht, dass man alles tun kann“, redet er sich in Rage, bevor er dem Ruf des Muezzins in die nahe gelegene Moschee folgt.

Dort ist Ahmadinedschad ein Held: „Wir lieben ihn alle hier. Er kommt aus dem Volk, ist für das Volk und gegen Amerika und“, sagt der Sekretär des örtlichen Imams ,und nach einer kurzen Kunstpause fügt er pflichtschuldig hinzu, „Mahmud Ahmadinedschad ist ein guter Moslem.“ Er komme an Feiertagen noch immer hierher, wo er schon als Junge sein Haupt gen Mekka verneigte, und er sitze auch bis heute im Moschee-Vorstand.

Nur ein einziger Moscheebesucher, ein weißhaariger Mann mit öligen Fingern, der viele Jahre lang Ahmadinedschads Peugeot repariert haben will, äußert vorsichtig etwas Kritik am Präsidenten: „Dass er den Jugendlichen keine Jobs verschafft, das ist schlecht. Wie sollen die ihre Zukunft ohne Arbeit meistern?“

Lesen Sie weiter auf Seite 3: „Die Unzufriedenheit der Menschen und die Probleme der Gesellschaft sind viel gefährlicher als ein US-Angriff“

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