Das Regime zieht die Schrauben wieder an. Und je miserabler die Wirtschaftslage wird, desto härter scheinen die Garden der Revolutionswächter oder die islamistisch fanatisierte Jugendorganisation der Basiji wieder händchenhaltende Paare in Parks zu prügeln und umso erbitterter Satellitenschüsseln zum Empfang ausländischer Fernsehkanäle von den Dächern zu sägen.
Unterdessen werden die Absetzbewegungen der Kleriker von Ahmadinedschad immer offensichtlicher. Das konservative Spektrum wird ausdifferenzierter. Die Mullahs setzen zwar weiter auf Traditionalisten – doch nicht mehr auf solche vom Schlage des ehemaligen Dozenten, Provinzgouverneurs und Teheraner Bürgermeisters Ahmadinedschad.
Vielmehr tritt der von ihm als Atomunterhändler geschasste Konservative Ali Laridschani als Kandidat der mächtigen Islamgelehrten in der heiligen Stadt Qom (dem Vatikan der Schiiten) an. Er gilt als Wunschkandidat des allmächtigen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei für das Amt des Staatspräsidenten. 2009 wird gewählt.
Der renommierte Geistliche Fazel Mejbodi glaubt inzwischen, Ahmadinedschads Hardliner planten bei den Parlamentswahlen einen Putsch. Dabei würden „die wahren Revolutionäre aus dem Zug der Revolution zum Aussteigen gezwungen“, und andere würden aufspringen.
Tatsächlich ist in Ahmadinedschads Amtszeit das Machtbollwerk der Mullahs immer stärker unter Beschuss geraten: Statt der an der islamischen Revolution beteiligten Imame kommt nun Ahmadinedschads Generation auf die Schlüsselposten, die zu Zeiten der islamischen Revolution und des anschließenden verheerenden Iran-Irak-Krieges noch Kinder oder Jugendliche war.
Lesen Sie weiter auf Seite 6: Ahmadinedschad - „Der beste Präsident seit je“

