» „Les Echos“ erwähnt auch „die zahlreichen chinesischen Internetnutzer, die für ihren nationalpatriotischen Ansatz bekannt sind“. Aufrufe zu einem Boykott von französischen Waren, zu Stornierungen von Aufträgen mit Frankreich, zu Annulierungen von Verträgen: Frankreich sei zum Sündenbock der chinesischen Blogger geworden. Die Gesprächspartner von „Les Echos“ erwarteten eine erhebliche wirtschaftliche Auswirkung.
Laut derselben Quelle würden viele chinesische Politiker und Unternehmer das Verhalten des französischen Staats als hypokritisch ansehen. Einerseits sieht die französische Regierung seit Jahren aus wirtschaftlichen Gründen weg, wenn es um Streitpunkte wie Taiwan und Tibet geht. Anderseits will jetzt Staatschef Sarkozy bei der Olympiade „nichts ausschließen“. Auch nicht einen Boykott.
» „Le Parisien“, für ihren etwas direkten Stil bekannt, fasst die Bilanz des Tages für die Regierung in Paris folgendermaßen zusammen: „Das französische Etablissement hat eine zweifache Niederlage erlitten. Nicht nur hat das Land seinen Ruf als Heimatland der Menschenrechte beschädigt, indem die Regierung trotz Gewalt in Tibet so auf den olympischen Fackellauf gesetzt hat, sondern sich auch unglaubwürdig, ja lächerlich gemacht, weil der Staat den reibungslosen Ablauf dieses Laufes eben nicht gewährleisten konnte. Und das, nach eine Warnung von London am vohergehenden Tag.“
Wie der Fackellauf zum Fiasko wurde, lässt sich gut auf der Internet-Seite des Senders » TF1 sowie bei » „Liberation“ per Video sehen. Während der Medienblog » „leblogtvnews.fr“ Anschuldigungen wegen übermäßiger Gewalt der Polizei erhebt, sehen die » Bild-Blogger von „Le Monde“ die Ereignissen von gestern nicht so schwarz.

