Eines der bedeutendsten Pilgerziele
Nadschaf - die heilige Stadt der Schiiten

Die irakische Pilgerstadt Nadschaf gehört zusammen mit der benachbarten Stadt Kerbela zu den wichtigsten heiligen Orten der schiitischen Muslime. Nach der Wallfahrt nach Mekka und Medina in Saudi-Arabien, für Sunniten und Schiiten gleichermaßen wichtig, ist ein Besuch in Nadschaf für fromme Schiiten die bedeutendste Pilgerreise.

HB HAMBURG. In dem rund 120 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Ort steht die Grabmoschee von Ali, dem 4. Kalifen. Der Schwiegersohn des Propheten Mohammed wurde im Jahr 661 ermordet und war erster schiitischer Imam. Der Abbasiden-Kalif Harun al Raschid ließ ihm 792 ein Mausoleum errichten. Später entstand dort die prächtige Imam-Ali-Moschee mit ihrer Goldkuppel.

Neben der iranischen Stadt Qom ist Nadschaf das wichtigste religiöse Gelehrtenzentrum der Schiiten. Hier hat die Religionsakademie Hausa Ilmija ihren Sitz. Nadschaf spielte eine bedeutende Rolle beim Sturz der Herrschaft des Schahs in Iran 1979.

Ajatollah Khomeini hatte während seines langjährigen Exils die Revolution in Teheran von dort aus vorbereitet. Nach dem Golfkrieg 1991 versuchten die Einwohner von Nadschaf und Kerbela vergeblich, sich gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein zu erheben.

Die am Rande der Wüste gelegene Stadt mit mindestens 260 000 Einwohnern - nach anderen Schätzungen über 500 000 - erlebte nach dem Sturz Saddam Husseins durch den großen Zustrom ausländischer Pilger einen wirtschaftlichen Aufschwung. Besondere Bedeutung hat auch der Friedhof „Tal des Friedens“ unweit der Imam-Ali-Moschee. Für Schiiten in aller Welt ist er die heiligste aller Ruhestätten. Das Gräberfeld erstreckt sich, so weit das Auge reicht. Hunderttausende sollen hier begraben sein. Nach Überlieferung der Schiiten kommen alle Gläubigen, die in Nadschaf und Kerbela begraben sind, am Tag des Jüngsten Gerichts ins Paradies.

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