Einhellige Meinungen
Internationale Presse verurteilt Nazi-Vergleich Berlusconis

Wir haben einige internationale Pressstimmen zu der Entgleisung Berlusconis im EU-Parlament zusammengetragen.

HB/dpa HAMBURG. Die internationale Presse verurteilt am Donnerstag einhellig die verbale Entgleisung des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im Europaparlament.

„Tages-Anzeiger“ (Zürich): Ist der Mann eigentlich noch bei Trost? Kann, wer an der Spitze steht, einfach alles sagen - die ausgefallenste Dummheit, die abgefeimteste Gemeinheit?

„Basler Zeitung“ (Basel): Berlusconis Ausfälle... waren in der Sache zwar außerordentlich geschmacklos, ihre eigentliche Bedeutung liegt aber in der erschreckenden Erkenntnis, dass der nun höchste Repräsentant der EU schnell die Kontrolle über sich verliert und partiell von Sinnen ist.

„Corriere della Sera“ (Mailand): Für Italien und seinen Ministerpräsidenten ... hätte das europäische Semester nicht schlimmer beginnen können.

„La Repubblica“ (Rom): Es ist selten, dass ein politischer Führer eine derart wertvolle Gelegenheit (i.e. Antrittsrede vor dem Europaparlament) so rasch vergeudet. Ein Rekord.

„Luxemburger Wort“ (Luxemburg): Dass dieser verbale Ausrutscher Berlusconi gleich zu Beginn von Italiens EU-Ratspräsidentschaft über die Lippen ging, lässt für die kommenden Monate bis zum Jahresende noch Schlimmeres befürchten.

„Algemeen Dagblad“ (Rotterdam): Schon am zweiten Tag des italienischen Vorsitzes in der Europäischen Union ist es Ministerpräsident Berlusconi gelungen, sich unmöglich zu machen.

„Le Soir“ (Brüssel): Berlusconi hat uns gestern zu verstehen gegeben, dass er nicht einer von jenen ist, die durch das Amt des (EU-)Präsidenten zu den Tugenden der Union bekehrt werden.

„Het Laatste Nieuws“ (Brüssel): Benito Mussolini wird zufrieden sein. Es hat ein wenig gedauert, aber nach fünfzig Jahren hat Italien wieder einen „starken Regierungschef“, der die Presse, die Politik und die Justiz kontrolliert.

„Die Presse“ (Wien): Schon bei seinem ersten großen Auftritt in Straßburg hat Berlusconi die Würde verloren ... Er, der in seinem eigenen Land in die Rechtsordnung mit zweifelhaften Methoden eingreift, könnte zum Imageproblem für die gesamte EU werden.

„Der Standard“ (Wien): Ausgerechnet einem deutschen Sozialdemokraten die Rolle des Kapos ... zu empfehlen, hat mit Ironie nichts zu tun. Das ist eine gezielte Beleidigung.

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