Die Deutsche Lufthansa erachtet weitere Maßnahmen zum Umweltschutz über den Emissionshandel hinaus als notwendig. „Der Emissionshandel ist Teil einer Gesamtstrategie zur Emissionsvermeidung und wird insofern von Lufthansa akzeptiert. Er muss aber eingebettet sein in ein Bündel von Maßnahmen“, sagte ein Sprecher der größten deutschen Fluggesellschaft. Diese könnten beispielsweise ein einheitlicher europäischer Luftraum, eine bessere Infrastruktur am Boden und in der Luft sowie eine entsprechende Ausstattung der Flughäfen sein.
Der Handel von CO2-Emissionen soll Unternehmen einen wirtschaftlichen Anreiz setzen, in umweltfreundliche Technologien zu investieren und den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Die Firmen bekommen Anrechte auf eine bestimmte Menge CO2-Ausstoß. Wenn ein Anbieter mehr klimaschädliches Abgas emittieren will, muss er dafür Zertifikate an der Börse kaufen. Senken die Airlines dagegen etwa mit modernen Flotten den Ausstoß, könnten sie mit dem Verkauf von Emissionsrechten Geld verdienen. Der Emissionshandel ist das wichtigste Instrument der EU, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Bis 2020 soll der CO2-Ausstoß um 20 Prozent verglichen mit 1990 gesenkt werden.
Die USA haben bereits kritisiert, dass auch ihre Fluggesellschaften zur Teilnahme am Emissionshandel gezwungen wären und mit rechtlichen Schritten gedroht. Gabriel wies dies zurück. Dass die Amerikaner beim Klimaschutz jetzt die Ratgeber sein sollten, sei keine gute Idee.
Die Internationale Luftfahrtorganisation IATA errechnete, der ursprüngliche Vorschlag der Kommission würde die Industrie drei Mrd. Dollar und die verschärfte Version des Parlaments sieben Mrd. Dollar kosten. Der Verband kritisiert, dass in der EU mit 34 verschiedenen Fluglotsendiensten die Flugzeiten unnötig verlängert und allein deshalb zwölf Mill. Tonnen CO2 jährlich unnötig in die Luft geblasen würden.

