Einigkeit bei EU-Gremien
Wertpapiermarkt-Reform wird wohl verschoben

Die EU scheint ihre geplante Wertpapiermarkt-Reform noch einmal zu verschieben. Die neuen Regelungen, die eine Konsequenz der Finanzkrise 2007 bis 2009 darstellen, sollen noch einmal überarbeitet werden.

LondonDie geplante Reform des Wertpapiermarktes in der EU wird voraussichtlich um ein Jahr auf Anfang 2018 verschoben. Führende Vertreter des Europäischen Parlaments zeigten sich einverstanden mit einem entsprechenden Vorstoß der EU-Kommission, wie der deutsche Abgeordnete Markus Ferber (CSU) am Freitag bekanntgab.

Die Kommission argumentiert, dass sowohl die Aufsichtsbehörden als auch die Finanzindustrie für eine Umsetzung zum bislang vorgesehenen Termin im Januar nächsten Jahres noch nicht bereit seien. Die neuen Regeln, die unter dem Fachkürzel MiFID II bekannt sind, sollen Lehren aus der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 ziehen sowie den rasanten technischen Fortschritten im Wertpapierhandel Rechnung tragen.

Die Kommission muss noch einen formellen Antrag auf Verschiebung stellen. Das Parlament sowie die EU-Mitgliedstaaten müssen dem zustimmen. Ein Diplomat aus einem großen EU-Land sagte, bislang habe sich kein Mitgliedstaat dagegen ausgesprochen.

Ein Ziel der Reform ist es, den Wertpapierhandel transparenter zu machen. Dazu sollen etwa die Berichtspflichten für Banken und Handelshäuser deutlich erhöht werden. Aus dem Parlament kommen Forderungen nach Nachbesserungen am bisherigen Entwurf. Ferber und andere Abgeordnete äußerten sich in einem Schreiben an die Kommission unzufrieden mit bestimmten Vorschlägen, die aus der Feder der Wertpapieraufsicht ESMA stammen. Unter anderem wollen sie die Regeln verschärfen, die große Positionen im Rohstoff-Handel begrenzen. Damit sollen exzessive Schwankungen von Rohstoffpreisen eingedämmt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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