Einigung bei G20-Treffen
Schwellenländer bekommen mehr Macht im IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Bei ihrem Treffen in Südkorea verständigten sich die Finanzminister und Notenbankchefs der G20, den Schwellenländern, insbesondere China, mehr Gewicht im Gremium zu geben – ein historischer Schritt, der vor allem zu Lasten europäischer Industrieländer geht, auch Deutschlands. Bewegung gab es auch bei anderen Streitthemen.
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HB KYONGJU. Die Machtverhältnisse beim Internationalen Währungsfonds (IWF) werden neu geordnet. Boomende Volkswirtschaften wie China und Indien erhalten künftig mehr Einfluss bei der globalen Finanzinstitution und weltweiten Krisenfeuerwehr. Die Chinesen werden künftig der drittgrößte Anteilseigner des IWF sein. Vor allem westliche Industrieländer geben dafür Macht ab.

Darauf haben sich die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Wirtschaftsnationen (G20) am Samstag in Südkorea verständigt. „Die Einigung ist erzielt“, sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle nach dem zweitägigen Treffen im südkoreanischen Kyongju.

Es sei nicht einfach gewesen, aber die größte Reform seit der IWF- Gründung sei gelungen, sagte Brüderle, der in Südkorea den erkrankten Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vertrat. Die G20 hätten damit Handlungsfähigkeit bewiesen. Dies sei auch ein Signal an die Märkte, sagte Brüderle: „Die G20 funktionieren nicht nur in der Krise.“ Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen sagte, die Legitimität des IWF werde gestärkt.

Damit ist vor dem Weltfinanzgipfel der G20-Staats- und Regierungschefs in drei Wochen in Seoul zumindest ein großer Streitpunkt ausgeräumt. Formal müssen noch andere Länder zustimmen. Die G20 vertreten allerdings 80 Prozent der IWF-Stimmrechte.

Die Neuordnung der Stimmrechte und Anteile der 187 Mitgliedstaaten soll sich das wachsende Gewicht boomender Schwellenländer in der Weltwirtschaft auch beim Währungsfonds widerspiegeln. China hatte vor kurzem Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft hinter den USA abgelöst. Die bisher überrepräsentierten Staaten verlieren an Einfluss im IWF. Auch Deutschland, die viertgrößte Wirtschaftsmacht, gibt Quotenanteile ab.

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