Einigung in letzter Minute
Berlusconis fauler Rentenkompromiss

Die italienische Regierung steht vor dem EU-Gipfel massiv unter Druck. In letzter Minute haben sich die Parteien auf eine Reform des Rentensystems verständigt - doch ob das der EU reicht, ist ungewiss.
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Vor dem Euro-Gipfel, der heute Abend beginnt, liegen in vielen europäischen Hauptstädten die Nerven blank. Nirgendwo aber ist die Lage dramatischer als in Rom, wo die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Abgrund steht.

Zwar einigte sich Berlusconi am Dienstagabend mit seinem Koalitionspartner Lega Nord über einige umstrittene Reformvorhaben, darunter eine Rentenreform. Lega-Nord-Chef Umberto Bossi sagte jedoch, er sei weiter pessimistisch, ob die Regierungskoalition überleben werde. Die Europäische Union müsse entscheiden, ob die Reformschritte ausreichten.

Besonders umstritten ist die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 von bislang 65 Jahren – und auch hier wird Brüssel ganz genau hinsehen. Denn die Lega Nord hat zwar das neue Eintrittsalter akzeptiert, eine Änderung bei der Zahl der nötigen Dienstaltersjahre bis zur Pensionierung allerdings abgelehnt. Bislang können Italiener ab 60 Jahren in den Ruhestand gehen, wenn sie mindestens 36 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben - ab 40 Arbeitsjahren kann jeder in Rente gehen.

Berlusconi selbst verwahrte sich gegen Druck aus Paris und Berlin. Kein EU-Land könne sich zum Lehrmeister aufschwingen und anderen Ländern Lektionen erteilen, erklärte der Regierungschef.

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  • naja, Sarkozy ist ja so ein wenig kriegslüstern, vielleicht besetzt er dann Italien oder zumidnest die Toskana
    Und wenn Merkel nicht spurt, so wie der kleine Napoleon das will, besetzt er halt wieder das Rheinland.
    Sarkozy hätte schon längst mal von guten diplomatischen Politikern auch von uns in die Schranken gewiesen gehört
    Aber er weiß ja, dass die Sozialistin Merkel alles mitmacht

  • Mal nicht so hitzig.
    Auch bei uns weiß doch der größte Teil der Leute nicht, was wirklich los ist.
    Ich habe enorm was dagegen, was ja schon Merkel laufend macht, die anderen Länder zu beschimpfen und mal wieder nach dem Motto zu gehen "Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen"
    Das ist schon mal gründlich schief gegangen.
    Italien hat außer Fiat nicht viel an Industrie zu bieten. Es war immer ein Urlaubsland, also Tourismus, ebenso Griechenland oder Portugal.
    Früher vor dem Euro klappte das recht gut.
    Aber auch wir Deutschen müssen uns mal an die Nase fassen. Wenn man also meint 14 Tage Urlaub im 4Sterne-Hotel dort irgendwo inkl. Flug darf nicht mehr als 350 € kosten, also dort die Hotelpreise nach unten treiben, dann stimmt etwa nicht.
    Aber man muß ja auf Teufel komm raus jedes Jahr in den Urlaub fliegen und das soll dann gefälligst billig sein.
    Ein wirklich schöner Urlaub hat nun mal seinen Preis udn ich glaube, das müssen alle wie der begreifen
    Ein wirklich guter Wein aus Italien hat seinen Preis und den kann ich nun mal nicht für 3 € haben. Mal überlegt, was bei diesem Preis dann für das Weingut in Italien bleibt?
    Es muß mMn ein ganz generelles Aufarbeiten der der letzten 20 Jahre her.
    Wir sind nicht ganz unschuldig an allem.
    Und die Italiener haben das Recht auf eine ordneltiche Rente für die sie Jahrzehnte eingezalt haben.
    Wir ahben es usn ja gefllen lassen, dass Schröder usnre Renten zusamemn gestrichen hat. Andere lassen es sich nicht gefallen

  • Sie vermischen EU und Euro. Das macht schon diese dämliche Merkel dauernd.
    Wir hatten eine gut funktionierende EU mit freiem Handel ohne Beschränkungen, ohne Zölle.
    Dann kam die Mißgeburt Euro, sie wurden allen Staaten übergestülpt zu gleichen Bedingungen, gleichen Zinsen etc. Und da liegt der Fehler.
    Was Kohl, Weigel und Mitterand da ausgeheckt haben, war die größte kriminelle Tat seit Ende des WK II
    Italien oder Griechenland usw. haben nicht die Wirtschaftsleistng wie Deutschland, jedes Land hat eine andere Lebensweise und so konnte das nicht funkionieren. Früher gab es immer das Kosntrukt der Auf- oder Abwertung der einzelnen Währungen. Das geht seit Euro nicht mehr.
    Dann wurde unter Rot-Grün Deutschland zum Niedriglohn-Land, was innerhalb der EU eine Wettbewerbsverzerrung war und ist, denn andere Länder bezahlten ihre Arbeiter anständig.
    Aber all diese Fehler verschweigen unsere Politiker und der doofe deutsche Michl läßt sich mal wieder einlullen.
    Was Deutschland jetzt von Griechenland oder Italien usw. verlangt ist Brüning-Politik und die ging mächtig schief wie wir alle wissen

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